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„Es zeigt, dass uns das wichtig ist“ – Ein Sozialpsychologe über Impfneid

today4. Mai 2021 279 5

Hintergrund
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Bei der beschleunigten Impfkampagne kommt es doch mal vor, dass man sich dabei erwischt ein wenig Neid gegenüber den Menschen zu entwickeln, die bereits eine Impfung bekommen haben. Doch ist das etwas schlechtes? Nein!

Die Impfungen in Deutschland haben endlich ein ordentliches Tempo aufgenommen. Mittlerweile kennt wirklich jeder irgendeinen, der schon geimpft wurde oder zumindest mal einen Termin hat. Egal ob Familie oder Bekannte. Denn die Priorisierungsgruppen 1 und 2 sind schon gut durchgeimpft, die dritte Gruppe ist aktuell dran. In anderen Ländern, in denen die Impfungen extrem schnell vorangegangen sind, sieht man eine deutliche Entspannung der Infektionszahlen. Daraus hofft jeder! Der ein oder andere hat sich sicherlich auch schon dabei erwischt, dass er neidisch auf diejenigen wird, die sich schon haben impfen lassen können. Aber wo kommt das überhaupt her? Dr. Jan Crusius von der Uni Köln kennt sich mit Sozialpsychologie aus und hat uns einige Fragen zum Thema Impfneid beantwortet.

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    „Es zeigt, dass uns das wichtig ist“ – Ein Sozialpsychologe über Impfneid Lucas Bänsch

Wie entwickelt sich Impfneid?

„Also jeder Neidreaktion liegt ein sozialer Vergleich zu Grunde. Das kennen wir aus unserem Leben: Jemand hat etwas, was wir haben wollen und was uns wichtig ist. Und wir merken, wir haben es nicht. Das löst so ein schmerzhaftes Unterlegenheitsgefühl aus. Und das ist eigentlich das, was jeder Episode des Neids zu Grunde liegt.“

Ist Impfneid etwas schlechtes? Oder ist es verständlich?

„Ich bin in den letzten Tagen das sehr viel gefragt worden und meine erste Reaktion eigentlich: Naja, es ist ja eigentlich etwas sehr verständliches und etwas sehr menschliches auch auf solche Dinge zu reagieren. Und es zeigt auch, dass uns das wichtig ist! Zum einen kann das dann auch ein Quell von Motivation sein zum Beispiel. Also zu sagen, wenn es die Möglichkeit gibt mich impfen zu lassen, dann mach ich das auch. Also von daher bin ich eigentlich ganz froh darüber, dass so viele Leute ein bisschen Impfneid haben, weil das zeigt, dass sich die Menschen impfen lassen wollen!“

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Was mache ich gegen Impfneid, wenn es zu stark wird?

„Ich glaube jeder hat mal so einen Schmerz darüber, dass man etwas nicht hat, was ein anderer hat. Und das ist eben auch wie gesagt ein Quell von Motivation sich zu verbessern. Es kann auch ein Quell von Feindseligkeit sein. Und das ist glaube ich eher das, was wir vermeiden wollen. Und da kann es vielleicht helfen sich daran zu erinnern, dass natürlich auch die Impfungen, die andere Leute bekommen uns allen nützen. Wir stecken ja alle im selben Boot. Und das ist glaube ich auch was, was einem ein bisschen schützen kann. Was auch hilft bei negativen Emotionen ist immer sich abzulenken, was anderes zu machen, an andere zu denken, denen es auch so geht. Und die meisten Leute kommen damit auch gut zurecht!“

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Bild Spritze: Tim Reckmann CC-BY 2.0

Geschrieben von: Lucas Bänsch

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