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Landeshauptstadt hat LED-Leuchtschriftzug an der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm erneuert

today26. März 2021 55

Hintergrund
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Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat den LED-Leuchtschriftzug an der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm erneuern lassen. Die insgesamt 53 Buchstaben befinden sich an einer Mauer aus grauem Sichtbeton auf der Seite, die zur Metzer Straße hin liegt. Sie leuchten bei Dunkelheit blau und formen in mehreren Sprachen die Wörter „HOSTAL HOSTILE HOTEL HOSTAGE GOSTIN OSTILE HOSTEL HOSTIL HOST (Gasthaus – feindlich – Hotel – Geisel – Herberge), die auf die wechselvolle Geschichte des Ortes im Laufe der Zeit hinweisen.

Die LED-Beleuchtung einiger Buchstaben war im vergangenen Jahr altersbedingt ausgefallen, der Kunststoff durch Witterungseinflüsse spröde und blind geworden. Das zuständige Amt für Stadtgrün und Friedhöfe hat in Verbindung mit dem städtischen Kulturamt die Erneuerung des Schriftzuges veranlasst. An den Kosten von rund 26.000 Euro haben sich beide Ämter beteiligt.

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Sowohl die Buchstaben als auch die Beleuchtungstechnik wurden komplett neu hergestellt und im Hinblick auf Wartung und Instandhaltung für die Zukunft verbessert. Die entsprechenden Arbeiten wurden von der Firma Philippi Werbetechnik und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes für Stadtgrün und Friedhöfe ausgeführt.

Oberbürgermeister Uwe Conradt: „Die Gedenkstätte ist ein bedeutender Ort in Saarbrücken und untrennbar mit unserer Stadtgeschichte verbunden. Die Erinnerungskultur wird dort lebendig gehalten, gerade auch von den jüngeren Generationen, die regelmäßig zu Workcamps zusammenkommen. Mit dem erneuerten Leuchtschriftzug bleibt die Gedenkstätte auch bei Dunkelheit ein sichtbares Mahnmal.“

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Hintergrund

Die Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm ist einer der zentralen Erinnerungsorte zur NS-Zeit im Saarland. An der Neuen Bremm nutzte die Gestapo 1943 und 1944 ein Barackenlager als erweitertes Polizeigefängnis. Insgesamt 20.000 Menschen waren dort interniert. Die Namen von 82 ermordeten Häftlingen sind bezeugt, die tatsächliche Zahl der Todesopfer dürfte aber beträchtlich höher gewesen sein.

Die Gedenkstätte wurde als Ergebnis eines internationalen Architekten- und Künstlerwettbewerbes unter der Leitung des Berliner Architekturhistorikers Michael S. Cullen mit dem Beitrag „Hotel der Erinnerung“ von Nils Ballhausen und Roland Poppensieker neu gestaltet. Am 8. Mai 2004 wurde sie im Beisein des ehemaligen Ministerpräsidenten Peter Müller der Öffentlichkeit übergeben. Mehr als 40 Überlebende des Lagers nahmen an der Eröffnung der Gedenkstätte teil.

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Die ehemaligen Häftlingsbaracken wurden wieder sichtbar gemacht, indem die alten Fundamente freigelegt und gekennzeichnet wurden. Ein weiteres wesentliches Gestaltungselement der Gedenkstätte ist die 65 Meter lange und bis zu drei Meter hohe Mauer aus grauem Sichtbeton parallel zur Metzer Straße.

Die zur Lagerfläche hin orientierte Seite dient als Informationsfläche. Die zur Metzer Straße gerichtete Seite trägt ein Billboard mit einem überdimensionalen Familienfoto. Es zeigt eine auf einer Wiese liegende Frau mit einem kleinen Mädchen und einem Hund. Der Schnappschuss wurde an einem Sommertag des Jahres 1943 aufgenommen, im Hintergrund sind auch Häftlingsbaracken des Lagers zu erkennen. Das Foto symbolisiert das Nebeneinander von Alltag und Terror zu Zeiten des Nationalsozialismus. Auf dieser Seite der Mauer ist außerdem der LED-Leuchtschriftzug angebracht.

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Weitere Informationen zur Gedenkstätte gibt es unter www.gestapo-lager-neue-bremm.de.

Foto-Quelle: Frank Philippi

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Geschrieben von: Marius Erkel

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