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Deutsch-französischer Tag 2021: Saarbrücken und Nantes fordern offene Grenzen und tauschen sich über Zukunftsprojekte aus

today21. Januar 2021 35

Hintergrund
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Anlässlich des deutsch-französischen Tags 2021 haben sich Oberbürgermeister Uwe Conradt und Yves Pascouau, der neue Nanteser Stadtverordnete für Europaangelegenheiten, online über den aktuellen Stand und die Perspektiven der Städtepartnerschaft ausgetauscht. Auch die beiden jungen Botschafterinnen Esther Amilien und Alexia Theißen-Achille, die seit Oktober ein Freiwilligenjahr in der jeweiligen Partnerstadt verbringen, haben an der Videokonferenz teilgenommen.

Der 22. Januar ist das Datum der deutsch-französischen Freundschaftsverträge – des Elysee-Vertrags von 1963 und des Aachener Vertrags von 2019.

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Herausforderungen gemeinsam angehen

Im digitalen Dialog vereinbarten Yves Pascouau und OB Conradt einen stärkeren Austausch der Stadtverwaltungen über neue Projekte und die Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie.

Im Hinblick auf verstärkte nationale Interessen und den wachsenden Populismus, der während der Pandemie zu beobachten ist, sagte Conradt: „Es ist unser Bestreben als Stadt an der Grenze mit europäischer Prägung, den Bürgerinnen und Bürgern gerade in sozialer Hinsicht durch die Krise zu helfen und Populismus keinen Raum zu bieten.“

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Fragen an Uwe Conradt und Yves Pascouau

Die beiden jungen Botschafterinnen konnten während des Online-Treffens Fragen und Wünsche an die beiden Politiker richten. Einen Wunsch der Botschafterinnen, die Grenzen in Europa offen zu lassen, bestätigte Oberbürgermeister Uwe Conradt aufgrund der Grenzschließungen im vergangenen Frühjahr: „Ich werde mich immer dafür einsetzen, dass so etwas nicht mehr passiert, denn eine geschlossene Grenze widerspricht dem Geist von Saarbrücken.“

Auf die Frage, wie man die Partnerschaft in Nantes und Saarbrücken sichtbarer machen könne und wo sie in zehn Jahren steht, betonten Conradt und Pascouau, dass sich beide Städte zusammen mit vielen gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen, aber auch den Verwaltungen sowie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den aktuellen und künftigen Herausforderungen stellen müssen.

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„Auch wenn es die Städtepartnerschaft schon 56 Jahre gibt, ist sie nicht veraltet, sondern beruht auf soliden Grundlagen und gemeinsamen Werten, aus denen neue Zielsetzungen und Projekte entstehen. Zum Beispiel die Unterstützung der Menschen bei der Bewältigung der Folgen der Pandemie, der Schutz der Umwelt und bessere Möglichkeiten für die zukünftigen Generationen, der Austausch, die Teilhabe und die Entwicklung innovativer Lösungen“, so Yves Pascouau.

Auch für Uwe Conradt ist das Potenzial der Städtepartnerschaft längst noch nicht ausgereizt: „Gerade die Zukunftsfragen wie Digitalisierung, Klimaschutz, Mobilität und Folgen der Corona-Pandemie werden die Politik in den nächsten Jahren zunehmend beschäftigen. Dabei sollte es selbstverständlich sein, nicht nur an sich selber zu denken, sondern sich mit den Partnern auf Augenhöhe auszutauschen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten‟, so Uwe Conradt.

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Yves Pascouau verbindet mit Saarbrücken neben der Städtepartnerschaft auch den Ort, an dem 1984 das Abkommen zur schrittweisen Aufhebung der Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze unterzeichnet wurde. Damit konnte der Weg für das spätere Schengener Abkommen und offene Grenzen in Europa bereitet werden.

Hoffnung auf baldige Begegnungen

Die Oberbürgermeisterin von Nantes, Johanna Rolland, hatte zuvor in einem Schreiben an Uwe Conradt die Hoffnung geäußert, das Jahr 2021 mit neuen Projekten zu bestreiten. „Trotz der Gesundheitskrise freue ich mich wie Sie darüber, dass wir das Junge-Botschafter-Programm fortsetzen konnten. Unsere beiden jungen Botschafterinnen sind dynamisch und strengen ihre Phantasie an, um mit neuen Projekten auf Distanz die Bande zwischen unseren Partnerstädten aufrecht zu erhalten“, lobte Rolland das Durchhaltevermögen der beiden jungen Frauen.

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Dennoch können online-Veranstaltungen die persönlichen Begegnungen nicht ersetzen. Der dringende Wunsch, die physischen Begegnungen in den Partnerstädten so schnell wie möglich wiederaufzunehmen, besteht in beiden Städten gleichermaßen. „Normalerweise sollte in dieser Woche wieder eine Schülergruppe aus Nantes beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken zu Gast sein, aber Corona hat dieses leider verhindert“, bedauerte Uwe Conradt.

Weitere Informationen

Wer Ideen für den deutsch-französischen Austausch sucht, findet sie unter anderem im Heft „101 Ideen für die deutsch-französische Freundschaft“, erhältlich im Rathaus St. Johann. Auch der Eurodistrict SaarMoselle unterstützt Vereine und Initiativen bei der Partnersuche online unter www.saarmoselle.org. Finanzielle Unterstützung gibt es beim Deutsch-Französischen Bürgerfonds unter www.buergerfonds.eu oder +49 681 501 12 26 und beim Regionalverband Saarbrücken unter www.regionalverband-saarbruecken.de/grenzregion.

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Foto-Quelle: Bettina Sorel / Landeshauptstadt Saarbrücken

Geschrieben von: Marius Erkel

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