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Schlecht, schlechter, Royals! Oder: Wie ein Verein sich selbst zerlegt

today31. Dezember 2020 994 2 5

Hintergrund
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Deutscher Meister, Deutscher Pokalsieger, Eurocup Halbfinalist, Zuschauermagnet… Das alles war mal. Fast beiläufig nahm man dieser Tage die Nachricht vom erneuten Trainerwechsel bei der ersten Mannschaft der Saarlouis Royals zur Kenntnis. Kein Wunder, wurde die Nachricht doch eher versteckt in einem Artikel zum nächsten Spieltag verpackt. Eine eigene Pressemitteilung dazu: Fehlanzeige. Selbst bei der Royals-Pressestelle scheint man sich einfach nur noch zu schämen. Nach Ondrej Sykora, der Übergangslösung Gabi Chnapkova und dem nun entlassenen Marc Hahnemann versucht sich mittlerweile mit dem neuen Mann Saulius Vadopalas, der zuvor als Scout tätig war, der 4. Trainer binnen einen Jahres an der Seitenlinie der ‚Königlichen‘. Aber auch unter ihm gab es gestern – eine Pleite. 

 

Der ‚Erfolg‘ war also überall gleich: Nämlich der letzte Tabellenplatz. Die Royals verlieren Spiel um Spiel. Wenn die Halle nicht wegen Corona generell leer sein müsste, sie wäre es wohl zwischenzeitlich ob der lustlosen Spiele der Royals. Als Fan ist man es Leid, die Mannschaft immer nur verlieren zu sehen. Dabei hatten die Royals in den letzten Jahren mehrmals in Folge Glück und blieben trotz Abstiegsplatz in der 1. DBBL. Einmal hatte Braunschweig nicht für die 1. Liga gemeldet, dann kam Corona und der damit verbundene Saisonabbruch ohne Absteiger. Alle freuten sich auf den Neuanfang. Und den erneuten Neuanfang und den neuesten Neuanfang. Alle hofften vergeblich.

Eine bildliche Szene: Die Saarlouis Royals liegen am Boden / Bild: Saarlouis Royals Facebook

Auch am Management versuchten sich einige. Doch über allen thront seit geraumer Zeit der Saarlouiser Unternehmer Paul Kast. Er ist Geldgeber und Vorstandschef des Vereins. Einerseits ein Segen, wenn sich ein Mensch, dem es finanziell gut geht, sich auch um heimische Vereine kümmert und sie unterstützt. Aber wenn dabei so wenig rauskommt, Jahr für Jahr so viele Spielerinnen den Club verlassen, immer neue Flops geholt werden, dann muss man den Chef auch kritisch hinterfragen dürfen. Wie Paul Kast selbst über sich sagt, hat er vom Basketball wenig Ahnung. Dann braucht es aber Leute mit Ahnung an der Front. Ob Kast selbst immer wieder Einfluss auf die Mannschaft nimmt? Die Ergebnisse der Mädels lassen fast darauf schließen. Seine Vorstandskollegen Hermann Fassbinder und Thomas Mathieu finden öffentlich so gut wie nicht statt. Die Trainer… naja, wie oben eben schon beschrieben.

 

Bei den Royals schepperts an allen Ecken und Enden. Auch wenn man es öffentlich nicht hören möchte: Aber ein Abstieg würde dem Verein gut tun. Ein wirklicher Neuanfang. Mit neuen Personen im Management, mit einem Team aus heimischen Spielerinnen, die das Trikot der Schwarzgelben wieder mit Stolz tragen, einen Trainer der zwischenmenschlich mit den Frauen klar kommt. Eine Aufbruchstimmung bei den Fans und: Endlich wieder mit Siegen. Auch wenn dann finanziell ganz sicher Abstriche gemacht werden müssen und der direkte Wiederaufstieg illusorisch wäre: Die Menschen in und um Saarlouis würden sich wieder mit der Mannschaft identifizieren können. 

Enttäuschte Royals. Immer wieder das gleiche Bild. / Bild: Saarlouis Royals Facebook

Nur: Wer soll das Ruder übernehmen? Im Umfeld würden sich viele über eine Rückkehr des einstigen Erfolgsgaranten René Spandauw wünschen. Aber ob der sich das noch mal antun würde… 

 

Guten Rutsch liebe Royals in ein ungewisses Jahr 2021. Es kann – wie bei vielen an diesem alten Jahr – nur besser werden. Und das muss es, wenn der Stern der Royals nicht gänzlich verglühen soll. 

Geschrieben von: Chuck Norris

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