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Kaum Fleisch artgerechter Haltung in Supermärkten zu finden

today15. Dezember 2020 110

Hintergrund
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Saarland. Vor anderthalb Jahren wurde zwar das Handelsform-Label eingeführt, trotzdem ist es immer noch nicht einfacher geworden, Fleisch aus tierfreundlicher Tierhaltung im Supermarkt zu bekommen. Das haben die Verbraucherzentralen nach einer Untersuchung herausgefunden.

Bundesweit haben Verbraucherzentralen bei mehr als 1700 verpackten Fleischprodukten aus 31 Geschäften einen Marktcheck durchgeführt und dieser hat ergeben: Fleisch aus tierfreundlicher Haltung ist in Discountern und Supermärkten kaum vertreten.

In zwei Marktchecks jeweils letztes Jahr im Mai/Juni und im September/Oktober diesen Jahres kauften die Verbraucherzentralen Frischfleisch von Schwein, Rind und Geflügel. Dieses Jahr wurden deutschlandweit in 31 Geschäften der Unternehmen Aldi, Edeka, Lidl, Kaufland, Netto, Penny und Rewe insgesamt 1767 Produkte eingekauft.

Hier ein Überblick der unterschiedlichen Haltungsformen:

Haltungsform 1: Stallhaltung
Enspricht gesetzlichen Mindeststandard bei Schweinen liegt und Masthühnern, Puten und Rinder werden branchenüblich gehalten. Zum Beispiel hat ein Schwein 0,75 Quadratmeter und ein Rind demnach 1,5 bis 2,2 Quadratmeter (je nach Gewicht) Platz.

Haltungsform 2: Stallhaltung Plus
Die oben genannten Tierarten haben etwas mehr Platz im Stall. (Beispiel Schwein: 0,825 Quadratmeter). Die Tiere bekommen außerdem Beschäftigungsmaterial und Kühe dürfen nicht angebunden werden.

Haltungsform 3: Außenklima
Die Tiere haben noch mehr Platz im Stall. (Beispiel Schwein: 1,05 Quadratmeter). Zudem gibt es beispielsweise einen überdachten Außenbereich oder eine nach außen offene Stallseite. Gentechnikfreies Futter ist Pflicht.

Haltungsform 4: Premium
Bietet den meisten Platz im Stall. (Beispiel Schwein: 1,5 Quadratmeter mindestens). Die Tiere haben Auslauf im Freien und bekommen gentechnikfreies Futter.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass 87 Prozent des Fleischangebotes aus den Haltungsformen 1 und 2 stammt. Die Tiere werden hier also nur im Stall gehalten und haben keinen Zugang nach draußen. „Von Tierwohl kann hier keine Rede sein“, hieß es von Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Nur an die zehn Prozent des Fleischs kommt aus der besten Haltung, aus Haltungsform 4. Einzig bei dieser Haltung bekommen die Tiere Futter, das frei von Genmodifizierung ist, und Auslauf im Freien. Dieses Fleisch sei meistens auch Bioware, sagt die Verbraucherzentrale.

Die Auswahl an Fleisch aus den Stufen 3 und 4 sei in der Gesamtübersicht „sehr gering“. Sie beschränke sich meist nur auf bestimmte Fleischsorten und Tierarten. Die Verbraucher haben demnach keine große Auswahl.

Die Verbraucherzentralen kritisieren ebenso, dass an Bedientheken die Haltungsform oft nicht erkennbar sei und auch Wurstwaren müssten nicht gekennzeichnet werden.

Das Fazit der Verbraucherzentrale: „Die vierstufige Kennzeichnung des Handels ist kein Tierwohllabel und kann nicht flächendeckend für mehr Tierwohl sorgen.“

Geschrieben von: Chuck Norris

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