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Hauseinsturz in Riegelsberg – Einsatz könnte ein teures Nachspiel haben

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Bildnachweis: Thorsten Kremers · Bild über Blaulichtreport Saarland

Riegelsberg – (Von unserem Reporter Thorsten Kremers – Bildergalerie am Ende des Beitrags) Bürger hatten das Rathaus bereits vor dem Gebäudeeinsturz über Bedenken wegen der Abrissarbeiten informiert. Ein Landschaftsgärtner war nach den vorliegenden Informationen mit einem Minibagger angerückt.

Die Gemeinde schaltete daraufhin die zuständigen Fachbehörden ein. Doch etwa zwei Stunden nach einer Ortsbegehung stürzte das Gebäude ein – noch bevor die angeordnete Absperrung umgesetzt war. Der anschließende Großeinsatz könnte nun Kosten im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich verursachen.

„Wir hatten viele Hinweise aus der Bevölkerung, die Bedenken über das Vorgehen beim Abbruch geäußert haben“, erklärt Riegelsbergs Bürgermeister Benjamin Schmidt. Die Gemeinde habe die Hinweise an das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz sowie an die untere Bauaufsicht des Regionalverbandes weitergeleitet und um Weisungen gebeten.

Am Tag des Einsturzes habe die untere Bauaufsicht ebenfalls Gefahr im Verzug gesehen. Daraufhin seien Mitarbeiter der Ortspolizeibehörde zur Baustelle gefahren und hätten eine Sperrung des betroffenen Bereichs angeordnet. Diese sollte das Abbruchunternehmen vornehmen. Dazu kam es nicht mehr rechtzeitig.

„Noch bevor man es entsprechend sichern konnte, ist das Gebäude selbstständig ohne Fremdeinwirkung, wie man jetzt weiß, eingestürzt“, sagt Schmidt. Welche Rolle die zuvor ausgeführten Abrissarbeiten für die Stabilität des Hauses spielten, geht aus seinen Angaben nicht hervor. Auch die fachliche Eignung des eingesetzten Betriebs bleibt zu klären.

Der Einsturz am Dienstagabend löste einen Großeinsatz mit rund 100 Kräften aus. Die Alarmierung erfolgte laut Schmidt kurz vor 18 Uhr. Neun Lebendsuchhunde waren im Einsatz. Die Feuerwehr Völklingen unterstützte die Suche mit einer Drohne, einer Wärmebildkamera und einem Suchscheinwerfer.

Besonders beunruhigend war das Verhalten von drei Suchhunden. Sie reagierten unabhängig voneinander mit unterschiedlichen Hundeführern im selben Trümmerbereich auffällig. Ein eindeutiges Anschlagen habe es zwar nicht gegeben. Dennoch konnten die Hundeführer nicht sicher ausschließen, dass dort jemand verschüttet war.

Anschließend bauten die Einsatzkräfte hochsensible Mikrofone auf, um mögliche Lebenszeichen unter den Trümmern zu hören. Dafür mussten sämtliche Motoren und Aggregate ausgeschaltet werden. „Auch diese Untersuchung verlief negativ“, berichtet Schmidt. Die Polizei stufte die Örtlichkeit danach als möglichen Tatort ein und ließ zusätzlich Leichenspürhunde anfordern.

Zunächst wurde ein 15-Tonnen-Bagger bereitgestellt. Er sollte bei festgestellten Lebenszeichen schnell Trümmer beiseiteräumen können. Für den Abtrag der noch einsturzgefährdeten Gebäudereste kam später ein 30-Tonnen-Bagger hinzu.

Im verdächtigen Bereich ordnete die Polizei jedoch an, die Trümmer von Hand abzutragen. Diese Arbeit übernahm am Mittwochmorgen zwischen 5 und 9 Uhr der THW-Ortsverband Heusweiler. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden dabei rund 32 Tonnen Geröll bewegt.

Die Suche war auch emotional belastend. Zeitweise ließ sich selbst ein verschüttetes Kind nicht ausschließen. „Jeder, der selber Kinder hat, kann sich das nur zu gut vorstellen, was das mit den Einsatzkräften macht“, sagt Schmidt. Die Kräfte aus Riegelsberg waren zu diesem Zeitpunkt bereits viele Stunden im Einsatz. Mit dem THW aus Heusweiler standen zudem Fachkräfte für die Bergung zur Verfügung.

Am Mittwochmorgen konnte schließlich Entwarnung gegeben werden: Bei der Suche und dem Abtragen der Trümmer wurden keine Verschütteten gefunden. Die Polizei gab die Einsatzstelle frei. Die Gemeinde ließ die Baustelle sichern und beauftragte dafür einen Unternehmer.

Für die Verantwortlichen könnte der Einsatz ein teures Nachspiel haben. Die Gemeinde bezahlt die von ihr veranlassten Maßnahmen zunächst selbst. Eine Weitergabe der Kosten ist allerdings noch nicht abschließend entschieden. „Allerdings wird natürlich auch die Gemeinde Riegelsberg prüfen, inwieweit diese Kosten an die Verursacher weiterzugeben sind“, kündigt Schmidt an.

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