Saarbrücken – Abitur geschafft – und dann raus aus dem Saarland? Für einen erheblichen Teil der jungen Menschen im Land lautet die Antwort offenbar Ja. Rund vier von zehn Studienanfängern, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Saarland erworben haben, entscheiden sich für eine Hochschule außerhalb der Landesgrenzen. Umgekehrt bleiben rund 60 Prozent für ihr Studium im Saarland.
Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Wintersemester 2025/26. Konkret nahmen 60,1 Prozent der saarländischen Studienanfänger ihr Studium auch im eigenen Bundesland auf. Damit liegt das Saarland unter dem bundesweiten Durchschnitt: Deutschlandweit entschieden sich 69 Prozent für eine Hochschule in dem Bundesland, in dem sie zuvor ihre Hochschulreife erworben hatten.
Mit Abstand wichtigstes Ziel für diejenigen, die das Saarland verlassen, ist das benachbarte Rheinland-Pfalz. Rund jeder fünfte Studienanfänger aus dem Saarland wechselte zum Studienstart dorthin. Baden-Württemberg folgt mit einem Anteil von knapp sechs Prozent und damit bereits mit deutlichem Abstand.
Wie stark junge Menschen ihrer Heimatregion zum Studienbeginn treu bleiben, unterscheidet sich bundesweit erheblich. Besonders hoch ist die Quote in Nordrhein-Westfalen. Dort starten 82 Prozent der Studienanfänger auch ihr Studium, nachdem sie bereits ihre Hochschulzugangsberechtigung in NRW erworben hatten. Ein Grund dürfte das große und vielfältige Angebot an Hochschulen und Studiengängen sein.
Dass die Größe und Hochschullandschaft eines Bundeslandes eine wichtige Rolle spielen können, zeigt auch der Blick nach Rheinland-Pfalz. Dort bleiben lediglich knapp 48 Prozent der Studienanfänger im eigenen Land. 16,9 Prozent wechseln zum Studium nach Baden-Württemberg, 11,9 Prozent nach Nordrhein-Westfalen und 10,3 Prozent nach Hessen.