Saarbrücken – Es ist wohl eine der ältesten Diskussionen rund um Zoos: Ist es noch zeitgemäß, Wildtiere in Gehegen zu halten – oder leisten zoologische Einrichtungen damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz? Der Saarbrücker Zoo positioniert sich in dieser Debatte klar und will sein Engagement für bedrohte Tierarten weiter ausbauen.
Seit August ist der Saarbrücker Zoo Premiumpartner „Silber“ der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP). Die Zusammenarbeit besteht bereits seit mehreren Jahren, bekommt mit der neuen Partnerschaft nun aber einen größeren Stellenwert. Die ZGAP konzentriert sich insbesondere auf stark bedrohte Tierarten, die anders als Elefant, Tiger oder Eisbär häufig kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.
Mit Projekten in verschiedenen Teilen der Welt sollen gefährdete Arten und ihre natürlichen Lebensräume geschützt werden. Der Saarbrücker Zoo sieht seine Aufgabe dabei nicht allein in der finanziellen Unterstützung. Auch Besucher sollen für die Bedrohung der Artenvielfalt sensibilisiert und darüber informiert werden, welche Folgen der Verlust natürlicher Lebensräume haben kann.
Eine wichtige Rolle spielt deshalb die Bildungsarbeit. In der Zooschule, bei Veranstaltungen und weiteren Angeboten erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene mehr über Tiere, Ökosysteme und die Ursachen des Artensterbens. Dabei soll es nach Angaben des Zoos nicht beim reinen Vermitteln von Fakten bleiben. Ziel sei es auch, ökologische Zusammenhänge verständlich zu machen und Möglichkeiten für nachhaltiges Handeln aufzuzeigen.
Auch die Besucher können sich finanziell beteiligen. Seit 2024 lässt sich beim Kauf eines Tages- oder Jahrestickets freiwillig ein zusätzlicher „Artenschutzeuro“ zahlen. Nach Angaben des Zoos werden die dadurch erzielten Einnahmen vollständig für Artenschutzprojekte verwendet, die von der Einrichtung unterstützt werden.