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Wohnungschecker sollen Mietwucher und Problemwohnungen im Saarland aufdecken

Wohnungen
Bild über Blaulichtreport Saarland

Neunkirchen/Saarbrücken/Völklingen – Überhöhte Mieten, überfüllte Wohnungen, dubiose Mehrfachvermietungen oder falsche Meldeadressen: Gegen solche Praktiken will das Saarland künftig gezielter vorgehen. Gemeinsam mit den Jobcentern sollen sogenannte „Wohnungschecker“ verdächtige Mietverhältnisse und Problemimmobilien unter die Lupe nehmen.

Im Landkreis Neunkirchen startet das Projekt zum 1. Oktober 2026. Als Vorbild dient eine bereits bestehende Ermittlungsgruppe des Jobcenters im Regionalverband Saarbrücken. Deren Erfahrungen sollen künftig außerdem verstärkt bei Fällen in Völklingen eingesetzt werden. Hintergrund sind nach Angaben des Sozialministeriums Erkenntnisse aus den Anfang 2026 eingerichteten „Task Forces Wohnen“ in Neunkirchen, Völklingen und Saarbrücken-Burbach.

Die Wohnungschecker sollen Hinweise auf mögliche Missstände zentral sammeln und systematisch prüfen. Dabei geht es beispielsweise um auffällig hohe Mieten, überbelegte Wohnungen, Mehrfachvermietungen oder falsche Angaben über Größe und Zustand einer Wohnung. Auch Scheinbeschäftigungen und möglicherweise missbräuchlich genutzte Meldeadressen können Gegenstand der Überprüfungen sein.

Besteht ein begründeter Verdacht, sollen die Fälle an die jeweils zuständigen Ermittlungsstellen weitergegeben werden. Darüber hinaus können die Wohnungschecker Informationen zu einzelnen Immobilien und Mietverhältnissen zusammentragen und Vor-Ort-Kontrollen mit anderen Behörden koordinieren. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist deshalb der Austausch zwischen Jobcentern, Kommunen und weiteren zuständigen Stellen.

Hinter dem Vorgehen steckt ein doppeltes Problem: Einerseits soll möglicher Leistungsmissbrauch verhindert werden, andererseits will das Land Menschen schützen, die aufgrund ihrer finanziellen oder persönlichen Situation besonders leicht Opfer unseriöser Vermieter werden können. Sozialminister Magnus Jung betont, Menschen auf Wohnungssuche dürften nicht durch überhöhte Mieten, Überbelegung oder andere ausbeuterische Praktiken zusätzlich unter Druck geraten.

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