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Verfassungsschutz warnt: Rechte Gewalt nimmt im Saarland drastisch zu

Skinhead Nazi rechtsradikal
Bild über Blaulichtreport Saarland

Saarbrücken – Die Sicherheitsbehörden beobachten im Saarland eine deutliche Verschärfung bei politisch motivierter Gewalt. Besonders auffällig ist die Entwicklung im rechtsextremistischen Spektrum: Für das Jahr 2025 wurden 31 Gewaltdelikte registriert, nachdem es ein Jahr zuvor noch 17 gewesen waren. Damit hat sich ihre Zahl innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Insgesamt wurden 491 rechtsextremistisch motivierte Straftaten erfasst – nach 477 Fällen im Jahr 2024.

Die Zahlen stammen aus dem neuen Lagebild des saarländischen Verfassungsschutzes für das Jahr 2025. Vorgestellt wurde es von Innenminister Reinhold Jost (SPD) und Natalie Grandjean, die seit Juli den Verfassungsschutz im Saarland leitet. Nach Einschätzung der Behörde stellt der Rechtsextremismus derzeit die größte Bedrohung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung im Land dar. Die Gesamtzahl der entsprechenden Straftaten liegt demnach auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren.

Einen großen Teil der registrierten Fälle machen Propagandadelikte aus. Gleichzeitig beobachtet die Behörde Veränderungen bei den Zielen rechtsextremistischer Aktivitäten. Neben den Themen Migration und Asyl geraten dem Lagebild zufolge zunehmend queere Menschen und Veranstaltungen der LGBT-Community in den Fokus. Auch Demonstrationen gegen entsprechende Veranstaltungen wurden registriert. Der saarländische Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz weiterhin als rechtsextremistischer Verdachtsfall geführt.

Auch im linksextremistischen Bereich weisen die Zahlen nach oben, allerdings auf einem wesentlich niedrigeren Niveau. 2025 registrierten die Behörden 39 Straftaten, im Vorjahr waren es 25. Elf der Fälle wurden als Gewaltdelikte eingestuft. Der Verfassungsschutz bringt einen Teil dieser Entwicklung mit Reaktionen auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen sowie den Aufstieg der AfD in Verbindung. Hinweise auf linksterroristische Strukturen mit Angriffen auf kritische Infrastruktur, wie sie andernorts in Deutschland beobachtet werden, sieht die Behörde im Saarland derzeit nicht.

Ein weiteres Augenmerk der Sicherheitsbehörden gilt dem Islamismus. Diesem Spektrum rechnet der Verfassungsschutz im Saarland rund 440 Personen zu. Die Zahl der registrierten islamistischen Straftaten erhöhte sich von 18 im Jahr 2024 auf 25 im vergangenen Jahr. Darunter befand sich nach Behördenangaben auch eine Gewalttat gegen einen jüdischen Bürger. Gleichzeitig ging die Gesamtzahl antisemitisch motivierter Straftaten zurück: Nach 49 Fällen im Jahr 2024 wurden für 2025 noch 35 Delikte erfasst.

Die Sicherheitslage bleibt damit aus Sicht des Verfassungsschutzes in mehreren extremistischen Bereichen angespannt. Während die Behörde beim Rechtsextremismus vor allem die hohe Zahl der Straftaten und den deutlichen Anstieg der Gewalt hervorhebt, sieht sie beim Islamismus weiterhin ein besonderes Risiko für schwere Gewalttaten.

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