Saarbrücken – Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Saarbahn müssen sich Fahrgäste auf weitere Wochen mit Einschränkungen einstellen. Nach Angaben der Saarbahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ab dem heutigen 8. Oktober Streiks für den restlichen Monat angekündigt. Die Arbeitskämpfe sollen zwischenzeitlich unterbrochen und einzelne Streikphasen jeweils kurzfristig bekanntgegeben werden.
Damit bleibt die Situation für Pendler, Schüler und andere Fahrgäste schwer planbar. Allerdings bedeutet ein Streik inzwischen nicht mehr automatisch, dass große Teile der S1 komplett ausfallen. Die Saarbahn hat ihr Ersatzkonzept vor wenigen Tagen ausgeweitet und spricht von „85 Prozent mehr Fahrleistungen“ montags bis freitags. Das bedeutet jedoch nicht, dass 85 Prozent des regulären Fahrplans angeboten werden, sondern dass das bisherige Ersatzangebot um diesen Umfang vergrößert wurde.
Konkret sollen montags bis freitags bis 21 Uhr S1-Verbindungen auf den Streckenabschnitten zwischen Saargemünd, Riegelsberg Süd und Lebach angeboten werden. Zwischen Römerkastell und Riegelsberg Süd gibt es zusätzliche Fahrten auch außerhalb der Schülerverkehrszeiten. In der Saarbrücker Innenstadt soll die S1 während bestimmter Zeiten des Schülerverkehrs im 15-Minuten-Takt fahren.
Zusätzlich bleibt der Schienenersatzverkehr mit Bussen bestehen. Dieses Angebot soll unabhängig davon fahren, ob die GDL gerade streikt. In streikfreien Phasen können TramTrain-Fahrer außerdem zusätzliche Verbindungen des regulären Fahrplans übernehmen. Für Fahrgäste entsteht damit allerdings weiterhin ein Nebeneinander aus regulärem Fahrplan, Ersatzfahrplan und Busverkehr, das eine genaue Prüfung der jeweils aktuellen Verbindung erforderlich macht.
Der Tarifkonflikt selbst ist damit keineswegs gelöst. Während die GDL mit weiteren Arbeitsniederlegungen Druck auf den Arbeitgeber ausübt, versucht die Saarbahn, die Auswirkungen durch zusätzliches Personal, neue TramTrains und einen erweiterten Ersatzverkehr abzufedern. Leidtragende der festgefahrenen Auseinandersetzung bleiben vor allem die Fahrgäste, die sich weiterhin kurzfristig auf Änderungen und Ausfälle einstellen müssen.