Ein Ex-Präsident hält mit einer Kugel in der Brust eine Rede, Häftlinge wagen den Aufstand gegen die SS und ein Mann springt aus fast 39 Kilometern Höhe: Das geschah am 14. Oktober.
Schlachten, Attentate, Widerstand und ein Sprung aus der Stratosphäre: Der 14. Oktober hat einige außergewöhnliche Geschichten hervorgebracht. Unsere Zeitkapsel führt durch fast tausend Jahre Weltgeschichte.
1066 – Ein König stirbt – und England verändert sich: Am 14. Oktober 1066 treffen in der Schlacht bei Hastings die Truppen des englischen Königs Harold II. und des normannischen Herzogs Wilhelm aufeinander. Stundenlang verteidigen die Engländer ihre Stellung, doch schließlich gewinnen die Normannen die Oberhand.
Harold fällt auf dem Schlachtfeld. Der Überlieferung zufolge soll ihn ein Pfeil ins Auge getroffen haben – historisch gesichert ist das allerdings nicht. Wilhelm wird wenige Wochen später zum englischen König gekrönt. Die normannische Eroberung verändert England politisch, gesellschaftlich und sprachlich nachhaltig.
1912 – Angeschossen – und trotzdem hält Roosevelt seine Rede: Kurz vor einem Wahlkampfauftritt in Milwaukee wird der frühere US-Präsident Theodore Roosevelt am 14. Oktober 1912 angeschossen. Ein Brillenetui und sein gefaltetes Redemanuskript bremsen die Kugel, die dennoch in seine Brust eindringt.
Doch Roosevelt fährt nicht sofort ins Krankenhaus. Stattdessen tritt er vor sein Publikum und hält rund 90 Minuten lang seine Rede. Erst danach lässt er sich behandeln. Die Kugel wird nicht entfernt und bleibt für den Rest seines Lebens in seinem Körper.
1943 – Aufstand im Vernichtungslager Sobibór: Am 14. Oktober 1943 wagen Gefangene des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Sobibór im besetzten Polen einen Aufstand. Ihr Plan: SS-Männer ausschalten und anschließend gemeinsam aus dem Lager fliehen.
Mehrere SS-Angehörige werden getötet und rund 300 Gefangenen gelingt zunächst die Flucht. Viele werden jedoch während des Ausbruchs oder später ermordet. Nur ein kleiner Teil erlebt das Kriegsende. Der Aufstand gilt bis heute als eines der bedeutendsten Beispiele jüdischen Widerstands gegen die nationalsozialistische Vernichtungspolitik.
1962 – Fotos führen zur Kubakrise: Am 14. Oktober 1962 überfliegt eine amerikanische U-2-Aufklärungsmaschine Kuba. Die dabei entstandenen Fotos zeigen sowjetische Raketenstellungen auf der Insel.
Zwei Tage später wird US-Präsident John F. Kennedy informiert. Es beginnt die gefährlichste Phase der Kubakrise: Die USA und die Sowjetunion stehen zeitweise am Rand eines Atomkriegs. Erst am 28. Oktober erklärt sich Moskau zum Abzug der Raketen bereit.
2012 – Felix Baumgartner springt aus fast 39 Kilometern Höhe: Millionen Menschen verfolgen am 14. Oktober 2012, wie der Österreicher Felix Baumgartner aus einer Kapsel in der Stratosphäre springt. Seine Absprunghöhe: knapp 39 Kilometer.
Im freien Fall erreicht Baumgartner 1.357,6 km/h und durchbricht ohne Antrieb die Schallmauer. Wenige Minuten später öffnet er seinen Fallschirm und landet sicher in der Wüste von New Mexico. Sein spektakulärer Sprung stellt gleich mehrere Weltrekorde auf.
Ein gefallener König, ein angeschossener Ex-Präsident, ein verzweifelter Aufstand, die Angst vor einem Atomkrieg und ein Sprung aus der Stratosphäre: Der 14. Oktober hat außergewöhnliche Geschichten geschrieben.