Homburg – Normalerweise sind sie diejenigen, die Lebensmittel sortieren, Kisten tragen und dafür sorgen, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen etwas auf den Tisch bekommen. Jetzt durften sich die ehrenamtlichen Helfer der Homburger Tafel selbst einmal an einen gedeckten Tisch setzen.
Die Stadt Homburg hatte sie zu einem Dankeschön-Frühstück in die Café Genusswerkstatt eingeladen. Dabei gab es in diesem Jahr gleich doppelten Grund, Danke zu sagen: Die Homburger Tafel besteht seit mittlerweile 20 Jahren. Zwei Jahrzehnte, in denen zahlreiche Ehrenamtliche ihre Freizeit investiert haben, um anderen Menschen zu helfen.
Auch Helferinnen und Helfer des Tafel-Standorts St. Ingbert kamen zum gemeinsamen Frühstück. Oberbürgermeister Michael Forster, Beigeordneter Philipp Scheidweiler und Sozialamtsleiterin Anette Weidler nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Doch hinter dem Jubiläum steckt längst nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Die Arbeit der Tafeln ist in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Veränderte Lieferstrukturen und geringere Lagerbestände im Lebensmittelhandel führen nach Angaben der Stadt dazu, dass teilweise weniger Waren für die Ausgabe zur Verfügung stehen.
Gleichzeitig bleibt die Zahl der Menschen hoch, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Für die Ehrenamtlichen bedeutet das mitunter auch schwierige Situationen, wenn nicht genug Lebensmittel für alle vorhanden sind.
„20 Jahre Tafel in Homburg – das sind vor allem 20 Jahre gelebte Solidarität und unzählige Stunden ehrenamtlichen Einsatzes“, erklärte Scheidweiler. Die Arbeit der Helfer ende dabei nicht an kommunalen Grenzen. Der Stadt sei das Angebot sowohl in Homburg als auch am Standort St. Ingbert wichtig. Gerade an den Ausgabetagen werde deutlich, wie viel Organisation und persönlicher Einsatz hinter der Arbeit stecke.
Oberbürgermeister Michael Forster kennt die Abläufe auch aus eigener Anschauung. Bei einem Ausgabetag habe er erlebt, wie viel Kraft und Fingerspitzengefühl erforderlich seien. Ehrenamt lasse sich dabei kaum in Euro und Cent beziffern: Die Helfer investierten ihre Zeit, ohne dafür eine finanzielle Gegenleistung zu erwarten. Für Menschen, die durch unterschiedliche Lebensumstände in Not geraten sind, seien sie damit nicht nur praktische Unterstützung, sondern oftmals auch ein Stück Hoffnung.
Foto: Julie Jager