Saarbrücken – Wenn bei einem Fußballspiel mit Ausschreitungen gerechnet werden muss, ist häufig ein großes Polizeiaufgebot notwendig. Hunderte Beamte sichern dann Bahnhöfe, Straßen und das Umfeld des Stadions. Bislang trägt die Kosten dafür grundsätzlich der Staat – und damit letztlich der Steuerzahler. Im Saarland könnte sich das künftig ändern.
Die Landesregierung will mit dem neuen Polizeirecht (wir berichteten an dieser Stelle davon) die Möglichkeit schaffen, Veranstalter bestimmter kommerzieller Hochrisikoveranstaltungen an den zusätzlichen Polizeikosten zu beteiligen. Für den Fußball bedeutet das: Wird ein Spiel als besonders gefährlich eingestuft und werden deshalb deutlich mehr Polizisten als üblich benötigt, könnte für diesen zusätzlichen Aufwand eine Rechnung gestellt werden. Nach Bremen wäre das Saarland das zweite Bundesland mit einer solchen Regelung.
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland begrüßt diesen Schritt. Sie weist darauf hin, dass ein Hochrisikospiel für die Polizei erheblich mehr Arbeit bedeutet als die 90 Minuten auf dem Fußballplatz. Einsatzkräfte sind häufig schon Stunden vor dem Anpfiff im Dienst und bleiben auch nach Spielende vor Ort. Hinzu kommen Vorbereitungen, die Begleitung von Fangruppen und die Absicherung möglicher Konfliktpunkte.
Für die eingesetzten Polizisten können solche Spiele deshalb zusätzliche Dienste, Überstunden und kurzfristige Änderungen der Dienstpläne bedeuten. „Ein Hochrisikospiel dauert für unsere Kolleginnen und Kollegen nicht 90 Minuten“, sagt der saarländische DPolG-Landesvorsitzende Markus Sehn. Aus Sicht der Gewerkschaft sollten die dadurch entstehenden besonderen Mehrkosten nicht automatisch komplett von der Allgemeinheit getragen werden.
Dabei betont die Polizeigewerkschaft, dass die große Mehrheit der Fußballfans friedlich sei. Problematisch seien einzelne Gruppen, deren Verhalten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen notwendig mache. Die neue Kostenregelung könne nach Ansicht der DPolG deshalb auch einen zusätzlichen Anreiz für Vereine und Verbände schaffen, mehr in Fanarbeit, Vorbeugung und Sicherheitskonzepte zu investieren.