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Feuer in Sperrmüllpresse beim ZKE: Lithium-Akkus immer wieder brandgefährlich

Containerbrand ZKE
Bildnachweis: Thorsten Kremers · Bild über Blaulichtreport Saarland

Saarbrücken – (Von unserem Reporter Thorsten Kremers – Bildergalerie am Ende des Beitrags) Feueralarm am frühen Dienstagmorgen (8. September 2026) beim ZKE-Wertstoffzentrum in der Straße „Am Holzbrunnen“ in Saarbrücken. Kurz vor 5 Uhr löste die Brandmeldeanlage im Bereich einer mit Sperrmüll gefüllten Müllpresse aus.

Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs reagierten routiniert. Sie nahmen den betroffenen Presscontainer mit dem Trägerfahrzeug auf und brachten ihn aus dem Bereich der Halle auf eine Freifläche. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr trafen wenig später ein.

Beim Öffnen des Containers schlugen den Einsatzkräften bereits hohe Flammen entgegen. Rund 20 Feuerwehrleute brachten den Brand nach Angaben des Einsatzleiters der Berufsfeuerwehr innerhalb weniger Minuten unter Kontrolle.

Für die Nachlöscharbeiten musste der stark verdichtete Sperrmüll anschließend aus der Presse gezogen und auf der Freifläche auseinandergezogen werden. In dem Brandgut befanden sich unter anderem Matratzen und Polsterteile, Schaumstoffe, Textilien, Holz- und Möbelteile sowie weitere Haushaltsabfälle. Die Einsatzkräfte löschten verbliebene Glutnester ab und bedeckten Teile des Brandguts mit Löschschaum. Nach rund 45 Minuten war der Einsatz beendet.

Bei der betroffenen Anlage handelt es sich um einen mobil transportierbaren Presscontainer, in dem sperrige Abfälle unter hohem Druck verdichtet werden. Gerade diese Verdichtung kann bei falsch entsorgten Lithium-Ionen-Akkus zum Problem werden.

Ein Sprecher des ZKE erklärt, dass solche Akkus leider immer wieder im Sperrmüll landen. Mitarbeiter seien für entsprechende Kontrollen geschult. Kleine Batterien und Akkus könnten zwischen großen Mengen Sperrmüll allerdings übersehen werden. Ob tatsächlich ein Lithium-Ionen-Akku diesen Brand ausgelöst hat, ist bislang nicht nachgewiesen. Das Szenario ist in der Entsorgungswirtschaft jedoch ein bekanntes Problem.

Wird eine Lithium-Ionen-Zelle in einer Müllpresse stark gequetscht, verbogen oder beschädigt, können im Inneren die hauchdünnen Trennschichten zwischen den Zellbestandteilen reißen. Dadurch kann ein interner Kurzschluss entstehen. Die Zelle erhitzt sich. Ab einer bestimmten Temperatur setzen weitere chemische Reaktionen zusätzliche Wärme frei.

Im Extremfall beginnt das sogenannte „Thermal Runaway“, das thermische Durchgehen der Batterie. Die Temperatur steigt innerhalb kürzester Zeit massiv an. Brennbare Bestandteile der Zelle können sich entzünden. In einem Presscontainer treffen die Flammen anschließend auf dicht zusammengepresste Matratzen, Schaumstoffe, Textilien und andere brennbare Materialien – ideale Bedingungen für eine schnelle Brandausbreitung.

Der ZKE nimmt den Vorfall deshalb zum Anlass, erneut für die richtige Entsorgung zu sensibilisieren: Batterien und Akkus gehören niemals in Rest- oder Sperrmüll. Das gilt auch für kleine Akkus aus Handys, E-Zigaretten, Kopfhörern, Spielzeug oder Werkzeugen. Sie müssen getrennt über die vorgesehenen Sammelstellen beziehungsweise Rücknahmestellen des Handels entsorgt werden.

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