Elversberg – On nein! Gerade im Spiel der Spiele in der ersten Fußballbundesliga gegen den FC Bayern München muss die SV Elversberg auf ihren Cheftrainer an der Seitenlinie verzichten. Vincent Wagner bleibt nach seinem Platzverweis beim spektakulären 4:3-Erfolg in Mönchengladbach für eine Partie gesperrt. Der Versuch der Saarländer, gegen die Sanktion vorzugehen, brachte nicht den erhofften Erfolg: Das DFB-Sportgericht wies den Einspruch des Vereins zurück.
Damit erlebt Wagner das Heimspiel gegen den deutschen Rekordmeister am kommenden Sonntag um 17.30 Uhr nicht aus seiner gewohnten Coaching-Zone, sondern von der Tribüne. Für die SVE ist das ausgerechnet vor einem der größten Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte ein zusätzlicher Dämpfer. Bereits beim 4:3 in Gladbach musste Wagner die komplette zweite Hälfte aus dem Zuschauerbereich verfolgen. Beim anschließenden Auswärtsspiel auf Schalke darf der 40-Jährige nach aktuellem Stand wieder regulär an der Seitenlinie stehen.
Hintergrund der Sperre sind die turbulenten Minuten rund um die Halbzeitpause im Borussia-Park. Wagner war bereits verwarnt, als er nach dem Pausenpfiff auf Schiedsrichter Martin Petersen zuging. Der Elversberger Trainer wollte eine Szene ansprechen, die unmittelbar zuvor entscheidenden Einfluss auf das Spiel genommen hatte. Petersen zeigte Wagner daraufhin die zweite Gelbe Karte – und schickte ihn damit auf die Tribüne.
Der Ärger der Saarländer hatte seinen Ursprung beim zwischenzeitlichen 2:1 für Gladbach. Vor dem Treffer war der Ball nach einem Zweikampf zwischen Tim Kleindienst und Felix Keidel ins Seitenaus gegangen. Nach Auffassung der Elversberger hätte der Einwurf der SVE zugesprochen werden müssen. Stattdessen führte Gladbach schnell aus und leitete damit den Angriff zum Tor ein. Eine nachträgliche Korrektur durch den Videoassistenten war nicht möglich, da dieser bei einer falschen Einwurfentscheidung nicht eingreifen darf.
Nach der Partie bekam die Angelegenheit zusätzliche Brisanz. Schiedsrichter Petersen räumte öffentlich ein, dass rund um Wagners Platzverweis Fehler passiert seien. Die SVE entschied sich deshalb, gegen die Sperre vorzugehen. Für das DFB-Sportgericht reichte dies allerdings nicht aus. Ausschlaggebend war unter anderem die Bewertung, dass Wagner trotz vorheriger Aufforderung des Vierten Offiziellen auf den Schiedsrichter zugegangen sei. Einen derart offensichtlichen Irrtum, der ein Eingreifen des Sportgerichts rechtfertigen würde, erkannte das zuständige Gremium nicht.