Saarbrücken – Der Saarländische Rundfunk hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Liquiditätsdefizit von 4,5 Millionen Euro abgeschlossen. Der Rundfunkrat billigte den Jahresabschluss am Montag (28. September 2026) einstimmig. Der SR erklärt das Millionenloch vor allem mit der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags: Das Defizit entspreche in etwa der dadurch entstandenen Ertragslücke. Gleichzeitig betont der Sender, bereits erheblich zu sparen.
Tatsächlich hatte der SR schon 2024 ein umfangreiches Sparpaket beschlossen. Zwischen 2025 und 2028 sollen die Ausgaben dadurch insgesamt um 22 Millionen Euro reduziert werden. Stellen werden reduziert beziehungsweise nicht wiederbesetzt, Angebote zusammengelegt und Strukturen reformiert. Intendant Martin Grasmück sieht den Sender deshalb auf Kurs und erklärte zum aktuellen Jahresabschluss, der SR habe frühzeitig seine „Hausaufgaben gemacht“.
Doch ausgerechnet der Blick auf das laufende Jahr wirft die Frage auf, ob die ausgebliebene Beitragserhöhung das Finanzproblem wirklich ausreichend erklärt. Denn für 2026 hat der SR bereits das nächste Defizit eingeplant: Bei 142,3 Millionen Euro erwarteten Erträgen stehen 146,8 Millionen Euro geplante Aufwendungen gegenüber. Macht erneut 4,5 Millionen Euro Minus.
Und dabei steckt ein entscheidendes Detail im Wirtschaftsplan: Für 2026 kalkulierte der SR bei seinen Einnahmen bereits mit der von der KEF empfohlenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,94 Euro. Mit anderen Worten: Selbst wenn die erhoffte Beitragserhöhung wie angenommen gekommen wäre, hätte der Sender nach seiner eigenen Planung 4,5 Millionen Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Die fehlenden 58 Cent allein können das grundsätzliche Finanzproblem des SR also zumindest für 2026 nicht erklären.
Dabei wird beim SR seit Jahren gespart und umgebaut. Stellenabbau, weniger eigene Programmstrecken, Kooperationen innerhalb der ARD und nun ein umfassender Reform- und Transformationsprozess sollen die Kosten drücken. Der Sender argumentiert allerdings, dass diese Maßnahmen bei steigenden Kosten dauerhaft nicht ausreichten und fordert weiterhin eine verlässliche Umsetzung der KEF-Beitragsempfehlungen.