Zweibrücken – Eine aufsehenerregende Schilderung eines 37-Jährigen über einen Angriff am Zweibrücker Zentralen Omnibusbahnhof hat sich als erfunden herausgestellt. Das teilte die Polizeiinspektion Zweibrücken jetzt in einer Klarstellung zu ihrer ursprünglichen Pressemitteilung vom 6. Oktober mit.
Der Mann hatte zunächst angegeben, am Abend des 5. Oktober gegen 19.30 Uhr am ZOB auf vier Jugendliche getroffen zu sein. Diese hätten ein junges Mädchen angesprochen. Weil er den Eindruck gehabt habe, dass dem Mädchen dies missfiel, habe er eingegriffen und die Jugendlichen aufgefordert, es in Ruhe zu lassen.
Nachdem das Mädchen in einen Bus gestiegen sei, hätten die vier Jugendlichen auf den 37-Jährigen eingeschlagen. Vier weitere Jugendliche seien hinzugekommen und hätten sich ebenfalls an dem Angriff beteiligt. Einer der Täter soll dem Mann sogar mit einem E-Scooter gegen den Kopf geschlagen haben.
Die mutmaßlichen Angreifer beschrieb der 37-Jährige damals laut Polizei als männliche Jugendliche „mit Migrationshintergrund“ und „dunkler Hautfarbe“. Die Polizei veröffentlichte diese Angaben und suchte unter anderem nach Taxifahrern, die den vermeintlichen Angriff am ZOB beobachtet haben könnten.
Inzwischen wurde der 37-Jährige vernommen. Dabei stellte sich heraus, dass seine ursprüngliche Darstellung so nicht stattgefunden hatte. Nach Angaben der Polizei erklärte der Mann, dass der Tatort nicht am ZOB, sondern im Wendehammer der Oberen Himmelsbergstraße gelegen habe. Die Geschichte am Zentralen Busbahnhof und um das dort angeblich beteiligte Mädchen habe er, so die Polizei, „schlichtweg erfunden“.
Nach seiner nunmehrigen Darstellung sei er in der Oberen Himmelsbergstraße auf eine achtköpfige Gruppe Jugendlicher auf E-Scootern getroffen. Dort sei es zunächst zu einem Streitgespräch und anschließend zu einer Rangelei gekommen. Dabei sei ihm ins Gesicht und gegen die Rippen geschlagen worden.
Die Jugendlichen beschreibt der Mann nun als männlich, 14 bis 18 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, dunkel gekleidet und laut Polizeimeldung von „südländischem Phänotyp“. Zwei der Tatverdächtigen sollen weiße Nike-Turnschuhe getragen haben.