Saarland. Eine Stunde mehr oder eine Stunde weniger? In der kommenden Nacht ist es wieder so weit – und bei vielen beginnt erneut das große Rätseln an der Uhr.
Politische Werbung · Sponsor: CDU-Fraktion im Landtag des Saarlandes · TransparenzinformationenZweimal im Jahr stellt sich dieselbe Frage: Muss der Zeiger nun vor oder zurück? Während Smartphone, Computer und Funkwecker die Arbeit meistens automatisch erledigen, müssen Backofenuhr, Mikrowelle oder die gute alte Armbanduhr häufig noch von Hand umgestellt werden.
Die Auflösung: In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Nacht dauert damit tatsächlich eine Stunde länger. Die Mitteleuropäische Sommerzeit endet und es gilt wieder die normale Mitteleuropäische Zeit, umgangssprachlich Winterzeit genannt.
Wer sich jedes halbe Jahr aufs Neue fragt, in welche Richtung gedreht werden muss, kann sich das mit einfachen Eselsbrücken merken. Die bekannteste funktioniert mit den Gartenmöbeln: Im Frühjahr stellt man die Stühle VOR die Tür – im Herbst stellt man sie ZURÜCK in den Schuppen. Oder man denkt ans Thermometer: Im Frühjahr geht es Richtung Plus, im Herbst Richtung Minus. Noch einfacher für Reisefans: Im Frühjahr geht es gedanklich Richtung Sommer – also eine Stunde vor. Im Herbst geht es wieder zurück.
Doch warum machen wir das überhaupt? Die Idee ist viel älter als viele vermuten. In Deutschland wurde die Sommerzeit erstmals 1916 während des Ersten Weltkriegs eingeführt. Das Ziel: das Tageslicht besser ausnutzen und dadurch Energie beziehungsweise damals wichtige Rohstoffe sparen. Nach mehreren Unterbrechungen kehrte die Sommerzeit 1980 dauerhaft zurück. Hintergrund waren unter anderem die Erfahrungen der Ölkrise der 1970er-Jahre und der Wunsch nach einer abgestimmten europäischen Regelung.
Der erhoffte Energiespareffekt ist allerdings umstritten. Zwar kann durch längeres Tageslicht am Abend Beleuchtungsenergie eingespart werden, andere Effekte – etwa beim Heizen – können diesen Vorteil teilweise oder vollständig wieder aufzehren. Ein weiterer wichtiger Grund für die einheitliche europäische Regelung ist heute die Koordination: Unterschiedliche Umstellungstermine würden beispielsweise Verkehr, Handel und technische Systeme über Ländergrenzen hinweg komplizierter machen.
Eigentlich sollte mit dem halbjährlichen Uhrendrehen längst Schluss sein. Die EU-Kommission schlug 2018 die Abschaffung vor, das Europäische Parlament unterstützte das Vorhaben 2019. Umgesetzt wurde es bis heute nicht, weil die Mitgliedstaaten noch keinen gemeinsamen Standpunkt gefunden haben. Eine zentrale Frage bleibt, ob künftig dauerhaft Sommer- oder Normalzeit gelten soll. Die EU-Kommission lässt derzeit weitere Auswirkungen untersuchen; eine entsprechende Studie soll bis Ende 2026 vorliegen.