Eine deutsche V2 Rakete fotografiert erstmals die Erde vom Weltraum aus, die Concorde hat ihren letzten Flug und die erste Telegraf-Nachricht rast in Minuten durch Amerika: Das geschah am 24. Oktober.
Ein Donnerstag, der die Weltwirtschaft ins Chaos stürzte. Eine Rakete, die Geschichte schrieb. Und ein Friedensschluss, auf den Millionen Menschen jahrzehntelang gewartet hatten. Der 24. Oktober hat die Welt mehrfach verändert – und einige dieser Geschichten sind bis heute kaum zu glauben.
1648: Nach 30 Jahren Krieg schweigen endlich die Waffen
Drei Jahrzehnte lang hatten Krieg, Hunger, Seuchen und Verwüstungen weite Teile Mitteleuropas erschüttert. Ganze Landstriche waren entvölkert, unzählige Dörfer zerstört. Am 24. Oktober 1648 wurde schließlich der Westfälische Friede besiegelt.
In Münster wurden die entscheidenden Friedensvereinbarungen zwischen dem Kaiser und Frankreich sowie mit Schweden feierlich unterzeichnet. Vorausgegangen waren jahrelange, schwierige Verhandlungen in Münster und Osnabrück.
Der Friedensschluss beendete den Dreißigjährigen Krieg und veränderte die politische Ordnung Europas grundlegend. Die Vereinbarungen stärkten die Rechte der Reichsstände und regelten das Zusammenleben der Konfessionen neu. Bis heute gilt der Westfälische Friede als bedeutender Meilenstein der europäischen Diplomatie.
1861: Eine Nachricht reist erstmals in Minuten quer durch Amerika
Was zuvor Tage oder sogar Wochen dauerte, wurde am 24. Oktober 1861 plötzlich innerhalb kürzester Zeit möglich: Eine Nachricht konnte erstmals per Telegraf von einer Seite der Vereinigten Staaten zur anderen geschickt werden.
An diesem Tag wurde die erste durchgehende transkontinentale Telegrafenverbindung fertiggestellt. Von Sacramento in Kalifornien schickte der oberste Richter des Bundesstaates, Stephen Field, eine Nachricht an US-Präsident Abraham Lincoln nach Washington.
Die Botschaft erreichte Lincoln am folgenden Morgen. Für die damalige Zeit war das eine Sensation. Die neue Verbindung revolutionierte die Kommunikation und machte den berühmten Pony Express, der Briefe mit Pferdekurieren transportierte, praktisch überflüssig.
1929: Der Schwarze Donnerstag lässt die Börse abstürzen
Am Morgen des 24. Oktober 1929 begann an der New Yorker Börse ein dramatischer Ausverkauf. Aktienkurse brachen ein, Anleger versuchten panisch, ihre Wertpapiere loszuwerden. Der Tag ging als „Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte ein.
Fast 13 Millionen Aktien wechselten an diesem Tag den Besitzer – ein damaliger Rekord. Eine Gruppe mächtiger Bankiers versuchte, den Absturz durch massive Aktienkäufe aufzuhalten. Kurzzeitig schien sich die Lage tatsächlich zu beruhigen.
Doch die Katastrophe war nicht mehr aufzuhalten. In den folgenden Tagen stürzten die Kurse erneut ab. Der Börsenkrach wurde zum Auftakt der Weltwirtschaftskrise, die Millionen Menschen ihre Arbeit und ihre Ersparnisse kostete und auch Deutschland schwer erschütterte.
1946: Eine Nazi-Rakete fotografiert erstmals die Erde aus dem All
Am 24. Oktober 1946 startete in der Wüste von New Mexico eine deutsche V2-Rakete. An Bord befand sich keine Sprengladung, sondern eine Kamera. Was sie aufnahm, hatte die Menschheit noch nie zuvor gesehen.
Die Rakete erreichte eine Höhe von rund 105 Kilometern. Eine 35-Millimeter-Kamera machte während des Fluges alle anderthalb Sekunden ein Bild. Erstmals entstanden so Fotografien der Erde aus dem Weltraum.
Wenige Minuten später stürzte die Rakete mit enormer Geschwindigkeit zurück auf den Boden und wurde zerstört. Doch die Filmkassette überstand den Aufprall. Die körnigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigten die Krümmung unseres Planeten – elf Jahre vor dem Start des ersten künstlichen Satelliten Sputnik.
2003: Der letzte Flug einer Legende – Abschied von der Concorde
Sie war schneller als der Schall, ein Symbol für Luxus und eines der spektakulärsten Passagierflugzeuge aller Zeiten. Am 24. Oktober 2003 endete mit der letzten kommerziellen Concorde-Reise eine außergewöhnliche Ära der Luftfahrt.
Die Maschine startete in New York und landete um 16.05 Uhr auf dem Londoner Flughafen Heathrow. An Bord befanden sich 100 Passagiere, darunter Prominente. Tausende Schaulustige verfolgten den Abschied des Überschalljets.
Die Concorde konnte den Atlantik in rund dreieinhalb Stunden überqueren – etwa halb so lange wie herkömmliche Passagierflugzeuge. Doch hohe Betriebskosten, sinkende Nachfrage und die Folgen eines tödlichen Absturzes im Jahr 2000 hatten ihre Zukunft besiegelt. Nach 27 Jahren Linienbetrieb war Schluss.
Frieden nach Jahrzehnten des Krieges, Nachrichten in ungeahnter Geschwindigkeit, eine wirtschaftliche Katastrophe und technische Meilensteine: Der 24. Oktober zeigt, wie unterschiedlich die Ereignisse sein können, die den Lauf der Geschichte verändern.