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Zeitkapsel: Fünf unglaubliche Dinge, die am 23. Oktober geschahen

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Bild über Blaulichtreport Saarland

Apple stellt den iPod vor, über 800 Menschen geraten in die Gewalt von Terroristen und ein mutiger Pilot schreibt Luftfahrtgeschichte: Das geschah am 23. Oktober.

Ein Flugzeug hebt erstmals vor Publikum ab, ein Volksaufstand erschüttert Europa und ein kleiner Musikplayer verändert die Welt. Der 23. Oktober ist ein Datum voller dramatischer Ereignisse, historischer Wendepunkte und erstaunlicher Erfindungen.

1906: Ein Mann hebt ab – und fliegt gerade einmal 60 Meter
Am 23. Oktober 1906 versammeln sich zahlreiche Schaulustige bei Paris. Der brasilianische Flugpionier Alberto Santos-Dumont will mit seiner ungewöhnlich konstruierten Flugmaschine „14-bis“ etwas schaffen, das in Europa noch niemand öffentlich vorgeführt hat: einen kontrollierten Motorflug.

Tatsächlich hebt die Maschine ab! Sie fliegt etwa 60 Meter weit, zwei bis drei Meter über dem Boden. Nach gerade einmal sieben Sekunden ist alles vorbei. Doch Santos-Dumont hat einen offiziell anerkannten europäischen Flugrekord aufgestellt. Die Brüder Wright waren bereits 1903 in den USA motorisiert geflogen – Santos-Dumonts Vorführung wird dennoch zu einem Meilenstein der europäischen Luftfahrtgeschichte.

1956: Ein ganzes Volk erhebt sich gegen die Sowjetunion
Am 23. Oktober 1956 gehen in Budapest zunächst Studenten auf die Straße. Sie fordern freie Wahlen, Meinungsfreiheit und den Abzug sowjetischer Truppen. Innerhalb weniger Stunden schließen sich Zehntausende Menschen an. Aus einer friedlichen Demonstration entwickelt sich ein Volksaufstand gegen die kommunistische Diktatur.

Die Hoffnung auf Freiheit währt allerdings nur kurz. Am 4. November greifen sowjetische Truppen mit massiver militärischer Gewalt ein. Rund 2.700 Menschen sterben nach späteren offiziellen ungarischen Angaben während der Kämpfe, etwa 200.000 fliehen aus ihrer Heimat. Ministerpräsident Imre Nagy wird 1958 hingerichtet. Der 23. Oktober ist heute Ungarns Nationalfeiertag – und der Aufstand jährt sich 2026 zum 70. Mal.

1983: Zwei gewaltige Explosionen töten 299 Soldaten
Es ist kurz nach sechs Uhr morgens am 23. Oktober 1983, als ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen auf ein Gelände amerikanischer Soldaten in Beirut rast. Der Attentäter durchbricht die Absperrungen und bringt seine Ladung mitten in einem Unterkunftsgebäude zur Explosion.

Die Wucht ist verheerend: Das vierstöckige Gebäude stürzt ein, 241 amerikanische Militärangehörige sterben. Fast gleichzeitig wird ein französischer Militärstützpunkt in der libanesischen Hauptstadt angegriffen. Dort kommen weitere 58 Soldaten ums Leben.

Insgesamt fordern die beiden Anschläge 299 Todesopfer. Die Soldaten gehörten zu einer multinationalen Friedenstruppe, die während des libanesischen Bürgerkriegs im Land stationiert war. Die Attentate gehören zu den schwersten Terroranschlägen auf westliche Streitkräfte jener Zeit.

2001: Tausend Songs in der Hosentasche verändern die Musikwelt
Am 23. Oktober 2001 präsentiert Steve Jobs in Kalifornien ein kleines weißes Gerät. Es trägt den Namen iPod und soll die Art verändern, wie Menschen Musik hören. Das Versprechen klingt damals unglaublich: Bis zu 1.000 Songs passen in einen einzigen tragbaren Musikplayer.

Der erste iPod besitzt eine Festplatte mit fünf Gigabyte Speicherplatz, ein mechanisches Scrollrad und eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden. Der Verkaufspreis beträgt stolze 399 Dollar.

Was zunächst wie ein weiterer MP3-Player aussieht, entwickelt sich zum Welterfolg. Gemeinsam mit dem später eingeführten iTunes Music Store verändert der iPod den Musikmarkt grundlegend. Statt CDs werden zunehmend einzelne Songs digital gekauft und heruntergeladen. Der Erfolg ebnet zugleich den Weg für das spätere iPhone.

2002: Ein Musicalabend wird zum tödlichen Geiseldrama
Am Abend des 23. Oktober 2002 genießen Hunderte Menschen im Moskauer Dubrowka-Theater das Musical „Nord-Ost“. Plötzlich stürmen etwa 40 bewaffnete tschetschenische Terroristen die Vorstellung. Sie nehmen mehr als 800 Zuschauer und Mitarbeiter als Geiseln und fordern den Abzug russischer Truppen aus Tschetschenien.

Drei Tage lang hält das Drama die Welt in Atem. Am 26. Oktober leiten russische Spezialeinheiten ein Betäubungsgas in das Theater und stürmen anschließend das Gebäude. Sämtliche Geiselnehmer werden getötet.

Doch die Befreiungsaktion endet in einer Katastrophe. Mindestens 130 Geiseln sterben, viele durch die Folgen des eingesetzten Gases und eine unzureichende medizinische Versorgung. Die Geiselnahme wird zu einem der schwersten Terroranschläge der jüngeren russischen Geschichte.

Ein sieben Sekunden langer Flug, der Traum von Freiheit, zwei verheerende Terroranschläge und eine technische Revolution: Der 23. Oktober zeigt, wie unterschiedlich die Ereignisse sein können, die sich dauerhaft in das Gedächtnis der Menschheit einprägen.

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