Elversberg – Die SV Elversberg hat dem FC Bayern München bei dessen erstem Bundesliga-Gastspiel an der Kaiserlinde einen großen Kampf geliefert, am Ende aber die erste Niederlage der noch jungen Saison hinnehmen müssen. Vor 9.307 Zuschauern in der ausverkauften URSAPHARM-Arena unterlag die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner dem deutschen Meister knapp mit 1:2. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein durfte die SVE sogar von der nächsten großen Überraschung träumen.
Dabei versteckten sich die Saarländer vom Anpfiff weg keineswegs vor dem haushohen Favoriten. Elversberg versuchte auch gegen das hohe Münchner Pressing, spielerische Lösungen zu finden, und attackierte die Gäste selbst früh. Nach 17 Minuten wurde es erstmals richtig gefährlich, als Bayern-Verteidiger Kim eine Petkov-Flanke beinahe ins eigene Tor beförderte. Nur zwei Minuten später kam Darvich nach einer Hereingabe am Fünfmeterraum nicht richtig an den Ball.
Die Bayern, bei denen Trainer Vincent Kompany gegenüber dem Champions-League-Spiel gegen Bodö/Glimt gleich siebenmal gewechselt hatte, kontrollierten zwar den Ball, wirkten offensiv aber lange erstaunlich harmlos. Dennoch schlug der Favorit in der 26. Minute zu: Nach einer flachen Hereingabe von Saibari traf Karl zum 0:1. Kurz vor der Pause jubelte dann die Kaiserlinde – allerdings nur für wenige Augenblicke. Campbells vermeintlicher Ausgleich wurde wegen einer knappen Abseitsstellung nicht anerkannt.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ereignisarm. Dann bewies Wagner ein glückliches Händchen: Der eingewechselte Maurice Krattenmacher, der zwischen 2013 und 2016 selbst im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern ausgebildet worden war, fasste sich in der 61. Minute ein Herz und jagte den Ball sehenswert ins rechte obere Eck. 1:1 – und plötzlich war gegen den Rekordmeister alles möglich.
Kompany reagierte umgehend und radikal. Mit Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Luis Díaz und Alphonso Davies brachte der Bayern-Coach gleich vier frische Kräfte. Der Vierfachwechsel veränderte das Spiel. München erhöhte Tempo und Druck deutlich, Díaz und Olise kamen zu guten Möglichkeiten, ehe Olise in der 70. Minute auch noch die Latte traf. Elversberg geriet nun zunehmend unter Druck.
Nur zwei Minuten später war die SVE-Abwehr schließlich geschlagen. Pavlovic legte im Strafraum für Harry Kane ab, der den Ball technisch anspruchsvoll ins rechte obere Eck setzte. Für den englischen Torjäger war es sein erstes Bundesliga-Tor der neuen Saison – und zugleich der Treffer zum 2:1 für die Bayern. Futkeu hatte kurz darauf noch eine Gelegenheit auf den erneuten Ausgleich, danach ließ der Favorit jedoch kaum noch etwas zu.
Am Ende sprechen auch die Zahlen für die zunehmende Münchner Dominanz: Bayern kam auf 28 Torschüsse und 72 Prozent Ballbesitz, Elversberg auf fünf Abschlüsse und 28 Prozent. Trotzdem dürfte die Leistung der Saarländer Mut machen. Nach den spektakulären Siegen gegen Leverkusen und in Gladbach zwang die SVE nun auch den deutschen Meister dazu, nahezu seine gesamte offensive Qualität von der Bank zu bringen, um das Spiel noch zu entscheiden.