Düppenweiler – (Die skurrile Situation der Sperrungen haben wir Euch in einer Galerie am Ende des Beitrags noch mal in Bildern zusammen gefasst) Seit Wochen müssen Autofahrer rund um Düppenweiler Umleitungen und Sperrungen in Kauf nehmen. Seit Donnerstag hat sich die Situation für viele Anwohner noch einmal deutlich verschärft: Mit dem nächsten Bauabschnitt auf der Hauptstraße fallen nach Angaben mehrerer Leserreporter auch innerörtliche Ausweichmöglichkeiten weg. Wer mit dem Auto vom einen Teil des Ortes in den anderen möchte, muss teilweise einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen. Der Frust wächst.
Die Großbaustelle ist Teil der Sanierung der L346 zwischen Diefflen und Düppenweiler. Bereits am 13. Juli hatte der Landesbetrieb für Straßenbau mit den Arbeiten begonnen. Zunächst wurde die Strecke zwischen Diefflen und Düppenweiler in mehreren Abschnitten saniert. Seit August arbeitet sich die Baustelle durch die Ortsdurchfahrt von Düppenweiler. Wegen der geringen Fahrbahnbreite müssen die einzelnen Abschnitte jeweils unter Vollsperrung erneuert werden.
Dabei läuft längst nicht alles nach dem ursprünglich vorgesehenen Zeitplan. Im September mussten die Arbeiten zeitweise pausieren, weil im Bereich des damaligen Bauabschnitts sanierungsbedürftige Kanalhaltungen und Kanalschächte festgestellt worden waren. Nach Angaben des LfS war deren Zustand nicht mit einem fachgerechten und sicheren neuen Straßenaufbau vereinbar. Der Bauablauf musste deshalb angepasst werden.
Seit dem 15. Oktober läuft nun Bauabschnitt 8. Betroffen sind rund 140 Meter der Hauptstraße zwischen den Einmündungen Brunnenstraße und Außener Straße. Nach den offiziellen Angaben soll dieser Abschnitt voraussichtlich bis zum 30. Oktober dauern. Im Bereich Hauptstraße/Außener Straße ist zudem eine temporäre Zwei-Wege-Ampel vorgesehen, über die die dortige Engstelle wechselweise passiert werden kann.
Für die Menschen im Ort ist allerdings weniger die Länge des eigentlichen Baufeldes das Problem als die Kombination der verschiedenen Sperrungen. Mehrere Leserreporter berichten Blaulichtreport Saarland am Freitag, dass die Hauptstraße nicht durchgängig passierbar sei und zugleich bisher genutzte Ausweichmöglichkeiten über Nebenstraßen nicht mehr funktionierten. Genannt werden insbesondere der Bereich Am Mühlenberg sowie Verbindungen über die Hüttersdorfer Straße. Dort weisen Beschilderungen nach Angaben der Anwohner auf Sackgassen beziehungsweise eine Freigabe nur für Anlieger hin.
„Düppenweiler ist gerade voneinander getrennt“, beschreibt ein Leserreporter die Situation. Ein anderer Anwohner spricht davon, dass Ober- und Unterdorf für Autofahrer faktisch voneinander abgeschnitten seien. Auch Versuche, über kleinere Straßen oder das Wohngebiet Grauer Stein auszuweichen, würden inzwischen scheitern. Zu Fuß sieht die Situation anders aus – mit dem Auto bleibt nach den Schilderungen der Betroffenen jedoch teilweise nur der großräumige Umweg.
Und genau der hat es in sich: Die offiziell vorgesehene Umleitung für die L346 führt aus Richtung Dillingen über die L143, anschließend über die L174 in Richtung Beckingen und über die L156 bis Honzrath, bevor es zurück auf die L346 nach Düppenweiler geht. In der Gegenrichtung ist eine entsprechende Umleitung ausgeschildert. Dass Bewohner innerhalb eines vergleichsweise kleinen Ortes wegen der Baustellensituation auf solche weiträumigen Verbindungen ausweichen müssen, sorgt verständlicherweise für Kritik.
Foto: Denise SchleichDabei ist ein Ende der Gesamtmaßnahme noch nicht unmittelbar in Sicht. Nach Bauabschnitt 8 steht laut veröffentlichtem Bauablauf noch Bauabschnitt 7 zwischen Kreuzstraße und Brunnenstraße an. Für diesen rund 80 Meter langen Abschnitt waren ebenfalls etwa zwei Wochen Bauzeit vorgesehen. Der LfS hatte für die gesamte Sanierung ursprünglich eine Fertigstellung bis voraussichtlich Ende November 2026 genannt – ausdrücklich unter dem Vorbehalt möglicher witterungs- und bauablaufbedingter Verschiebungen.
Dass eine marode Straße saniert werden muss, stellen die Leser, die sich bei unserer Redaktion melden, dabei nicht grundsätzlich infrage. Für Ärger sorgt vielmehr die aktuelle Verkehrsführung und insbesondere die Frage, warum offenbar keine innerörtliche Verbindung für den Autoverkehr zwischen den betroffenen Teilen Düppenweilers erhalten werden konnte. Aus einer Straßenbaustelle ist für die Bewohner damit zumindest vorübergehend eine Art Trennlinie mitten durch den Ort geworden.
Foto: Denise SchleichBesonders problematisch ist die Situation für ältere und körperlich eingeschränkte Menschen. Bewohner aus dem Unterdorf auf der Seite Richtung Beckingen müssen nach Angaben von Anwohnern derzeit erhebliche Umwege in Kauf nehmen, wenn sie beispielsweise die Arztpraxis in der Hauptstraße 9, den Dorfmarkt oder den Friedhof erreichen wollen. Mit dem Auto führt der Weg demnach über Beckingen, Dillingen und Diefflen zurück nach Düppenweiler – obwohl das eigentliche Ziel nur wenige hundert Meter entfernt im selben Ort liegt.