Saarbrücken – Die Polizei warnt aktuell vor einer erneuten Welle sogenannter Schockanrufe im gesamten Saarland. Seit vergangenem Donnerstag wurden mehr als 20 Betrugsversuche registriert. In vier Fällen gelang es den Tätern, ihre Opfer zur Übergabe hoher Bargeldbeträge zu bewegen. Der Gesamtschaden liegt laut Polizei bei über 100.000 Euro.
Die Masche ist dabei immer ähnlich: Am Telefon geben sich die Betrüger als enge Angehörige oder Polizeibeamte aus. Den Angerufenen wird beispielsweise vorgetäuscht, ein Kind oder Enkelkind habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem Menschen schwer verletzt oder sogar getötet worden seien. Um eine angeblich unmittelbar drohende Haft zu verhindern, müsse schnell eine hohe Kaution bezahlt werden.
Mit erheblichem emotionalem Druck bringen die Täter ihre Opfer dazu, Bargeld bereitzuhalten. Anschließend erscheinen sogenannte Geldboten – häufig als vermeintliche Polizeibeamte – und nehmen das Geld entgegen. Aktuell waren Menschen in den Landkreisen Saarlouis, Merzig-Wadern und St. Wendel sowie im Regionalverband Saarbrücken betroffen.
In vier Fällen wurde tatsächlich Bargeld an der Haustür übergeben. Nach Polizeiangaben handelte es sich jeweils um Beträge mindestens im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich. In einem weiteren Fall konnte eine geplante Geldübergabe auf dem Parkplatz eines Krankenhauses noch rechtzeitig verhindert werden.
Besonders auffällig: Bei sämtlichen Geschädigten handelte es sich um Frauen im Alter zwischen 61 und 90 Jahren. Zusätzlich zu den vollendeten Betrugsfällen registrierte die Polizei mehr als 20 weitere Versuche mit derselben Vorgehensweise.
Die saarländische Polizei appelliert deshalb dringend an die Bevölkerung, insbesondere ältere Angehörige über die Betrugsmasche zu informieren. Polizei und Justiz verlangen am Telefon keine Bargeldübergabe zur Abwendung einer Haft.