Saarbrücken – Elektroautos legen im Saarland kräftig zu. Im September wurde bereits fast jeder zweite neu zugelassene Pkw entweder rein elektrisch oder als Plug-in-Hybrid angetrieben. Besonders reine Elektroautos verzeichnen einen deutlichen Sprung.
Insgesamt wurden im September 2.629 neue Pkw im Saarland zugelassen. Das waren 7,5 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres, als 2.445 Neuzulassungen registriert wurden. Das Wachstum geht dabei fast vollständig auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb zurück.
Besonders deutlich zeigt sich das bei reinen Elektroautos: 980 sogenannte Battery Electric Vehicles (BEV) kamen neu auf die Straßen. Im September des vergangenen Jahres waren es lediglich 416. Das entspricht einem Anstieg von 135,6 Prozent – die Zahl hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.
Der Marktanteil reiner E-Autos stieg dadurch von 17 auf rund 37 Prozent. Mehr als jeder dritte neu zugelassene Pkw im Saarland fährt somit ausschließlich elektrisch.
Werden auch Plug-in-Hybride berücksichtigt, fällt die Entwicklung noch deutlicher aus: Insgesamt wurden 1.228 Fahrzeuge mit Ladestecker neu zugelassen. Im Vorjahresmonat waren es 645. Der Anteil am gesamten Neuwagenmarkt stieg damit von 26 auf 47 Prozent. Fast jeder zweite Neuwagen im Saarland kann inzwischen also an die Steckdose.
Der eigentliche Wachstumstreiber sind jedoch die reinen Elektroautos. Bei den Plug-in-Hybriden fiel der Anstieg mit 248 Neuzulassungen gegenüber 229 im Vorjahr wesentlich geringer aus.
Gleichzeitig verlieren klassische Verbrenner deutlich an Boden. Die Zahl der Fahrzeuge mit reinem Benzin- oder Dieselantrieb sank um 34,1 Prozent von 976 auf 643. Weitere 758 Neuzulassungen entfielen vor allem auf Hybride ohne Ladestecker. Da inzwischen zahlreiche Benzin- und Dieselfahrzeuge mit Mildhybrid-Technik angeboten werden, wird eine klare Abgrenzung klassischer Verbrenner in der Statistik zunehmend schwieriger.
„Die Elektromobilität ist in breiten Kreisen der Bevölkerung angekommen“, erklärt Martin Bitsch, Vorsitzender des Saarländischen Kraftfahrzeugverbandes. Als Gründe sieht der Verband unter anderem staatliche Fördermaßnahmen, ein wachsendes Angebot günstigerer Elektroautos sowie die hohen Kraftstoffpreise.
Auch bei der Nutzung der E-Auto-Förderung liegt das Saarland nach Angaben des Verbandes über dem Bundesdurchschnitt. Bis Juli entfielen 341 von bundesweit 18.559 Bewilligungen auf das Saarland. Das entspricht einem Anteil von 1,8 Prozent. Gleichzeitig entfallen lediglich rund 1,3 Prozent des bundesweiten Fahrzeugbestandes auf das Saarland. Gemessen am Fahrzeugbestand wurde die Förderung damit im Saarland rund 40 Prozent häufiger bewilligt als im Bundesdurchschnitt.