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Neue Airlines, weniger Passagiere: Was läuft schief am Flughafen Saarbrücken?

Ryanair Saarbrücken Flughafen
Bildnachweis: Archiv / Thorsten Kremers · Bild über Blaulichtreport Saarland

Der Flughafen Saarbrücken kommt nicht aus seiner schwierigen Lage heraus. Trotz neuer Ryanair-Verbindungen gehen die Passagierzahlen in wichtigen Sommermonaten zurück. Auch beim Streckennetz gibt es Rückschläge.

Saarbrücken. Eigentlich sollte 2026 für den Flughafen Saarbrücken-Ensheim die Trendwende bringen. Mit Ryanair nahm erstmals eine der größten europäischen Billigfluggesellschaften den Airport in ihr Streckennetz auf. Doch die jüngsten Zahlen sind ernüchternd: Im Juni sank das Passagieraufkommen gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent, im Juli um 4,7 Prozent und im August um 7,2 Prozent. Ausgerechnet während der reisestarken Sommermonate musste der Flughafen damit deutliche Rückgänge hinnehmen.

Dabei hatte das Jahr zunächst vielversprechend begonnen. Im April stiegen die Passagierzahlen um knapp 58 Prozent. Im ersten Halbjahr lag das Aufkommen noch rund zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Doch der Vorsprung schmolz während des Sommers erheblich zusammen. Von Januar bis August blieb lediglich ein Plus von 2,71 Prozent.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass der Flughafen schon länger mit rückläufigen Passagierzahlen kämpft. 2015 nutzten noch rund 467.000 Menschen den Airport, 2019 waren es etwa 368.000. Nach den Corona-Jahren wurden 2023 rund 311.000 und 2024 etwa 341.000 Passagiere gezählt. Doch 2025 folgte mit nur noch rund 308.000 Fluggästen ein erneuter Rückgang um 9,3 Prozent. Abgesehen von den Corona-Jahren war es das schwächste Ergebnis seit rund zwei Jahrzehnten.

Zusätzlich verliert Ensheim vorerst eine wichtige innerdeutsche Verbindung. Die dänische Fluggesellschaft DAT hat ihre Flüge zwischen Saarbrücken und Hamburg zum Winterflugplan ausgesetzt. Der letzte reguläre Flug fand am 23. Oktober statt. Begründet wurde die Entscheidung mit einer Anpassung des Flugplans zugunsten der Berlin-Verbindung. Ob Hamburg 2027 wieder angeflogen wird, ist bislang offen.

Auch das neue Ryanair-Angebot wird im Winter reduziert. Die Fluggesellschaft hatte im Frühjahr Verbindungen nach Alicante, Trapani auf Sizilien und Lamezia Terme in Kalabrien aufgenommen. Während Alicante weiterhin angeboten wird, pausieren die beiden italienischen Strecken im Winter. Ob sie im Sommer 2027 zurückkehren, ist noch nicht abschließend geklärt.

Die wirtschaftliche Situation bleibt ebenfalls schwierig. Der Flughafen schreibt seit Jahren Millionenverluste und ist auf finanzielle Unterstützung des Saarlandes angewiesen. Gleichzeitig konkurriert Ensheim mit deutlich größeren Flughäfen in der Großregion. Allein Luxemburg verzeichnete 2025 mehr als 5,3 Millionen Passagiere. Die Saarbrücker Flughafengesellschaft verweist allerdings darauf, dass einzelne Monatsvergleiche durch Ferienzeiten und veränderte Reisegewohnheiten beeinflusst werden können. Tatsächlich liegt das Passagieraufkommen 2026 bislang noch leicht über dem Vorjahr – bleibt aber weiterhin auf sehr schwachem Niveau.

Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, hat kürzlich auch der am Flughafen ansässige Luftfahrtdienstleister RAS Saar einen massiven Stellenabbau angekündigt: Von den rund 90 Beschäftigten sollen mehr als 70 ihren Arbeitsplatz verlieren.

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