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Karlsruhe macht es vor: Braucht Saarbrückens Stadtautobahn feste Blitzer?

Unfall Stau A620
Bild über Blaulichtreport Saarland

Saarbrücken – Für Tausende Pendler gehört die A620 durch Saarbrücken zum täglichen Weg. Doch gerade auf der Stadtautobahn sorgen Unfälle immer wieder für erhebliche Verkehrsprobleme. Natalie, eine Leserin von Blaulichtreport Saarland, die nach eigenen Angaben seit fast 20 Jahren täglich auf der Strecke unterwegs ist, stellt deshalb eine Frage: Warum gibt es hier nicht mehr feste Geschwindigkeitskontrollen?

Aus ihrer Sicht habe sich die Situation insbesondere in den vergangenen Monaten verschärft. Sie berichtet von Autofahrern, die trotz Tempo 60 deutlich schneller unterwegs seien, sowie von Lastwagen, die Überholverbote missachteten. Ihre Wahrnehmung lässt sich ohne entsprechende Messdaten zwar nicht verallgemeinern. Dass die A620 regelmäßig im Fokus der Geschwindigkeitsüberwachung steht, ist allerdings belegt.

Als Beispiel nennt die Leserin Karlsruhe. Und tatsächlich ist der Vergleich interessant: Auf der dortigen Südtangente, einer wichtigen mehrspurigen Verkehrsachse rund um die Stadt, setzt Karlsruhe an mehreren Punkten auf stationäre Geschwindigkeitsmessung. Die Stadt Karlsruhe veröffentlicht die Standorte ihrer stationären Blitzer sogar als offiziellen Datensatz. Auf der B10 beziehungsweise der Südtangente befinden sich feste Messanlagen in beiden Fahrtrichtungen.

Dass diese Anlagen reichlich Arbeit haben, zeigen die Zahlen für 2024. An der B10/Südtangente auf Höhe der Junker-und-Ruh-Straße wurden in Fahrtrichtung Westen 8.298 und in Gegenrichtung 6.839 Fälle registriert. Zwei weitere Anlagen auf der Südtangente in Höhe des Wasserwerks kamen auf 7.971 beziehungsweise 7.916 Fälle. Zusammengerechnet sind das 31.024 registrierte Fälle innerhalb eines Jahres.

Karlsruhe beschränkt sich zudem nicht auf Blitzer. Auf der Südtangente erfassen Detektoren entlang der Strecke die Verkehrslage. Daraus werden Staus automatisch erkannt und über dynamische Informationstafeln an die Autofahrer weitergegeben.

Wie schnell ein Unfall auf der A620 – insbesondere im Bereich der Saarbrücker Stadtautobahn – weitreichende Folgen haben kann, zeigte sich erst gestern wieder. Ein schwerer Crash sorgte für eine Vollsperrung und erhebliche Verkehrsbehinderungen. Solche Ereignisse führen auf der ohnehin stark belasteten Strecke schnell zu langen Staus. Jedoch sorgte der Unfall nicht nur für lange Staus auf der Autobahn, sondern auch in der Saarbrücker City ging phasenweise nichts mehr. Ob überhöhte Geschwindigkeit bei diesem Unfall eine Rolle spielte, ist damit allerdings nicht gesagt.

Stellt sich die Frage ob stationäre Blitzer zumindest bei den häufigen Unfällen helfen können, die auf zu hohe Geschwindigkeit zurück zu führen sind. Genau hier beginnt die politische und verkehrstechnische Frage. Könnten dauerhaft installierte Messanlagen insbesondere im Tempo-60-Bereich der Saarbrücker Stadtautobahn dafür sorgen, dass sich mehr Autofahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten?

Karlsruhe zeigt zumindest, dass eine intensive stationäre Überwachung auf einer stark befahrenen städtischen Verkehrsachse technisch möglich ist – und dass dort jedes Jahr Tausende Geschwindigkeitsverstöße registriert werden. Ob ein vergleichbares Konzept für Saarbrücken sinnvoll wäre, müsste anhand der tatsächlichen Unfallursachen, Geschwindigkeitsmessungen und geeigneter Standorte bewertet werden.

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