Luxemburg. Nur wenige Kilometer vom Saarland entfernt entsteht ein neues europäisches Zentrum für Raumfahrttechnik. Luxemburg hat jetzt offiziell mit dem Bau des „NEOS Space Campus“ in Kockelscheuer südlich der Hauptstadt begonnen. Am Montag gaben Premierminister Luc Frieden, Wirtschaftsminister Lex Delles und Finanzminister Gilles Roth den Startschuss für das Großprojekt.
Politische Werbung · Sponsor: CDU-Fraktion im Landtag des Saarlandes · TransparenzinformationenHerzstück des Campus wird ein hochmodernes nationales Testzentrum für Satelliten und andere Raumfahrttechnik. Auf mehr als 7.000 Quadratmetern sollen dort unter anderem Satelliten extremen Bedingungen ausgesetzt werden, bevor sie ins All geschickt werden. Geplant sind Vakuum- und Temperaturkammern, Akustikanlagen, Anlagen für Funk- und elektromagnetische Tests sowie Reinräume. Nach Angaben der luxemburgischen Regierung soll das Testzentrum zu den leistungsfähigsten seiner Art in Europa gehören.
Allein für dieses Testzentrum rechnet Luxemburg mit öffentlichen Investitionen von mehr als 195 Millionen Euro. Rund 55 Millionen Euro davon entfallen auf die eigentliche Testtechnik. Die Anlagen sollen dabei nicht ausschließlich für Raumfahrtunternehmen zur Verfügung stehen. Auch Firmen aus der Automobil-, Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie sollen die Infrastruktur nutzen können. Das Gelände wird entsprechend hoher Sicherheitsanforderungen für nationale Projekte sowie Vorhaben von EU und NATO ausgelegt.
Daneben entsteht das rund 10.000 Quadratmeter große Hauptgebäude „Nova“. Auf fünf Etagen sollen dort künftig bis zu 900 Menschen arbeiten können. Unter anderem zieht die Luxembourg Space Agency mit ihrem Hauptsitz ein. Außerdem sind ein Gründerzentrum für Raumfahrt-Start-ups, Büros für Unternehmen, Konferenz- und Besprechungsräume sowie Flächen vorgesehen, auf denen Firmen ihre Technologien präsentieren können.
Und Luxemburg geht noch einen Schritt weiter: Der Satellitenkonzern SES errichtet auf dem Gelände eine eigene Produktionsstätte. Das Unternehmen hat im September mit dem Bau begonnen. Die rund 16.000 Quadratmeter große Anlage soll 2028 eröffnet werden und unter anderem der Entwicklung, Produktion und Erprobung neuer Satellitentechnik dienen. Damit sollen künftig wesentliche Teile moderner Satellitensysteme direkt in Luxemburg entwickelt und gebaut werden.