Nennig/Elversberg – (Bildergalerie am Ende des Beitrags) Die Bayern sind da! Genau 1.046 Tage nach einer der bittersten Pokal-Pleiten der Münchner Vereinsgeschichte im Saarland ist der deutsche Rekordmeister zurück. Am 1. November 2023 hatte der damalige Drittligist 1. FC Saarbrücken den FC Bayern im Ludwigspark sensationell mit 2:1 aus dem DFB-Pokal geworfen. Am Samstagabend rollte nun wieder ein Bayern-Tross ins Saarland – diesmal allerdings ganz im Westen des Landes und mit einem anderen Gegner vor Augen.
Das Ziel der millionenschweren Mannschaft war das Victor’s Residenz-Hotel Schloss Berg in Perl-Nennig, nur einen Steinwurf von der luxemburgischen Grenze entfernt. Schon lange vor der Ankunft hatten sich dort zahlreiche Bayern-Fans versammelt. Kinder und Erwachsene in roten Trikots, Schals und anderer Fan-Kleidung warteten auf einen kurzen Blick auf Harry Kane, Joshua Kimmich und Co. Dass die Münchner hier ihr Quartier beziehen würden, war zuvor bekannt geworden: Die Mannschaft reiste über den Flughafen Luxemburg-Findel an und übernachtet vor dem Bundesliga-Spiel gegen die SV Elversberg in Nennig.
Um 18.41 Uhr war es schließlich so weit: Zwei rote Bayern-Busse bogen auf das Hotelgelände ein. Die Stimmung unter den wartenden Anhängern schlug schlagartig in Begeisterung um. Polizeibeamte sicherten den Bereich ab und sorgten dafür, dass die Fans Abstand zu den Bussen hielten. Zunächst stiegen Mitarbeiter und Mitglieder des Bayern-Staffs aus – dann zeigten sich nach und nach die Stars.
Einer der ersten bekannten Bayern-Profis, der sich blicken ließ, war Sven Ulreich. Danach folgte prominentes Personal: Unter anderem waren Harry Kane, Konrad Laimer, Jonathan Tah, Dayot Upamecano, Alphonso Davies und Serge Gnabry zu sehen. Einige winkten kurz zu den Fans hinüber, andere verschwanden direkt im Hotel. Die genannten Spieler gehören auch zum aktuellen Bayern-Kader der Bundesliga-Saison 2026/27.
Einer aber ließ sich deutlich mehr Zeit: Joshua Kimmich. Der Bayern-Kapitän blieb bei den Anhängern stehen und erfüllte Autogrammwünsche. Für viele der Fans, die lange vor dem Hotel ausgeharrt hatten, war allein das schon das Warten wert. Noch ausführlicher kümmerte sich anschließend Trainer Vincent Kompany um die Bayern-Anhänger. Der Belgier wirkte bestens gelaunt, schrieb Autogramme, posierte für Selfies und nahm auch kleine Geschenke entgegen. Aus der kurzen Ankunft eines Fußballteams wurde so für einige Minuten ein kleines Fan-Fest vor dem Nenniger Luxushotel. Vielen Dank an die Kollegen von Sport News Südwest für die tollen Bilder!
Danach hieß es für Kane und Co. aber: zurückziehen und Kräfte sammeln. Schloss Berg bietet dafür die passende Kulisse – das Fünf-Sterne-Superior-Hotel liegt oberhalb der Mosel und verfügt unter anderem über Wellness-, Fitness- und Gastronomieangebote. Lange genießen kann der Bayern-Tross die Ruhe allerdings nicht. Denn am heutigen Sonntag um 17.30 Uhr wartet in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde das nächste Kapitel einer bislang ziemlich verrückten Elversberger Fußballgeschichte.
Und eine kleine Besonderheit dürfte auch in München für Aufmerksamkeit sorgen: Die SV Elversberg steht vor diesem Spiel tatsächlich vor dem FC Bayern in der Bundesliga-Tabelle. Der Aufsteiger hat seine ersten beiden Bundesligaspiele gewonnen – zunächst 3:2 gegen Bayer Leverkusen, anschließend spektakulär 4:3 bei Borussia Mönchengladbach – und kommt damit auf sechs Punkte. Bayern liegt nach zwei Spieltagen zwei Zähler dahinter. Aus dem vermeintlichen David-gegen-Goliath-Duell ist damit zumindest tabellarisch plötzlich ein echtes Spitzenspiel geworden.
Dass Bayern dennoch als klarer Favorit in Elversberg antritt, dürfte niemanden überraschen. Auf der einen Seite steht der 35-malige deutsche Meister und amtierende Doublesieger, auf der anderen der Bundesliga-Neuling von der Kaiserlinde. Doch solche Rollenverteilungen haben die Mannschaft von SVE-Trainer Vincent Wagner zuletzt herzlich wenig interessiert. Wagner darf dabei sogar selbst an der Seitenlinie stehen: Seine nach der Gelb-Roten Karte in Mönchengladbach zunächst ausgesprochene Sperre wurde am Freitag vom DFB-Sportgericht endgültig aufgehoben. Neue Bilder hatten gezeigt, dass bei der ursprünglichen Entscheidung ein offensichtlicher Irrtum des Schiedsrichters vorlag.