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Braucht es den SR noch? Kulturstaatsminister stellt Eigenständigkeit infrage

SR Sommer
Bild über Blaulichtreport Saarland

Saarbrücken/Berlin – Soll der Saarländische Rundfunk auf Dauer eine eigenständige Anstalt bleiben? Ausgerechnet Kulturstaatsminister Wolfram Weimer stellt die heutige Struktur jetzt offenbar grundsätzlich infrage. Bei einer nicht öffentlichen Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin soll der parteilose Staatsminister einen tiefgreifenden Umbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ins Spiel gebracht haben.

Nach übereinstimmenden Medienberichten, die sich auf Teilnehmer der Veranstaltung berufen, könnte dabei ausgerechnet der SR zu den Anstalten gehören, die ihre heutige Eigenständigkeit verlieren.  Weimers Überlegungen gehen weit über kleinere Sparmaßnahmen hinaus. Er soll die grundsätzliche Frage aufgeworfen haben, ob Deutschland ARD und ZDF in ihrer heutigen Struktur weiterhin brauche. Neben einer möglichen Privatisierung des ZDF brachte er demnach auch eine Zusammenlegung von ARD-Anstalten ins Gespräch.

Besonders brisant für das Saarland: In Gesprächen mit Intendanten sei ihm erklärt worden, dass es Radio Bremen und den Saarländischen Rundfunk nicht zwingend als eigenständige Anstalten brauche. Statt neun ARD-Landesrundfunkanstalten könnte sich Weimer demnach ein System mit nur noch vier oder fünf größeren Einheiten vorstellen. Ein konkreter Reformvorschlag liegt bislang allerdings nicht vor.

Hinter Weimers Vorstoß steckt auch Kritik an der Konkurrenzsituation auf dem deutschen Medienmarkt. Die öffentlich-rechtlichen Sender werden über den Rundfunkbeitrag finanziert, während private Medienunternehmen ihre Angebote am Markt refinanzieren müssen. Die „RTLs dieser Welt“ stünden deshalb mit dem Rücken zur Wand, soll Weimer erklärt haben. Den Medienmarkt sieht er laut den Berichten zunehmend von zwei mächtigen Blöcken geprägt: den großen internationalen Tech-Plattformen auf der einen und den beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Angeboten auf der anderen Seite.

Das Gedankenspiel kommt allerdings im Saarland nicht bei allen gut an. Jonathan Janoschka, Vorsitzender des Saarländischen Journalistenverbandes, bezeichnet es als Affront gegen die Menschen im Land, die Eigenständigkeit des SR infrage zu stellen. „Die Akzeptanz des SR ist in seinem Sendegebiet äußerst hoch. Die Saarländer*innen stehen zu ihrem Sender, ebenso wie die Politik im Saarland“, erklärt Janoschka. Tatsächlich erreichen die Radioprogramme des SR laut Media Analyse 2026 Audio II werktäglich 45,6 Prozent der Menschen im Saarland. Ob hohe Einschaltquoten allerdings automatisch bedeuten, dass die Bevölkerung auch mehrheitlich für den Erhalt des SR als eigenständige Rundfunkanstalt eintritt, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten. Eine entsprechende repräsentative Befragung ist nicht bekannt.

Auch die saarländische CDU stellt sich klar gegen eine Aufgabe der Eigenständigkeit. „Wir als CDU stehen zur Eigenständigkeit des Saarländischen Rundfunks. Forderungen nach einer Abschaffung des SR lehnen wir ab, egal von wem sie kommen“, erklärt der medienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Frank Wagner. Der SR habe bereits Reformen, Kooperationen und Einsparungen auf den Weg gebracht. Auch der Reformstaatsvertrag der Länder setzt auf mehr Zusammenarbeit und schlankere Strukturen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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