Ein Tag, an dem eine Weltmacht eine entscheidende Niederlage erleidet, ein gewaltiger Wirbelsturm alle Rekorde bricht und ein geheimnisvolles Objekt aus den Tiefen des Weltalls auftaucht. Unsere heutige Zeitkapsel führt durch mehr als 230 Jahre außergewöhnlicher Weltgeschichte.
Politische Werbung · Sponsor: CDU-Fraktion im Landtag des Saarlandes · Transparenzinformationen1781: Eine Kapitulation verändert die Weltgeschichte: Am 19. Oktober 1781 legen Tausende britische Soldaten bei Yorktown im heutigen US-Bundesstaat Virginia ihre Waffen nieder. Nach wochenlanger Belagerung durch amerikanische und französische Truppen muss die Armee des britischen Generals Charles Cornwallis kapitulieren.
Besonders bemerkenswert: Cornwallis erscheint nicht persönlich zur Kapitulationszeremonie. Er schickt seinen Stellvertreter Charles O’Hara, der schließlich dem amerikanischen General Benjamin Lincoln die Kapitulation übermittelt.
Die Niederlage ist ein entscheidender Wendepunkt im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Großbritannien verliert faktisch die Aussicht, seine aufständischen Kolonien militärisch zurückzugewinnen. Zwei Jahre später wird die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten im Frieden von Paris offiziell anerkannt.
1960: Martin Luther King wird verhaftet – weil er Gleichberechtigung fordert: Am 19. Oktober 1960 betritt Martin Luther King gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern ein Kaufhaus in Atlanta. Ihr Ziel ist das Restaurant „Magnolia Room“, in dem schwarze Menschen aufgrund der Rassentrennung nicht wie weiße Kunden bedient werden.
Die Demonstranten protestieren friedlich gegen diese Diskriminierung. Doch statt bedient zu werden, werden King und zahlreiche weitere Beteiligte festgenommen. Die Polizei wirft ihnen vor, das Geschäft trotz Aufforderung nicht verlassen zu haben.
King weigert sich, eine Kaution zu hinterlegen. Seine Festnahme und die anschließenden juristischen Auseinandersetzungen erregen landesweite Aufmerksamkeit. Der Protest wird zu einem wichtigen Kapitel der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung – und zeigt, wie Menschen allein durch friedliches Sitzen ein ungerechtes System herausfordern können.
1987: Der Schwarze Montag lässt die Börsen abstürzen: Der 19. Oktober 1987 geht als „Black Monday“ in die Finanzgeschichte ein. An der New Yorker Wall Street bricht der Dow-Jones-Index innerhalb eines einzigen Handelstages um unglaubliche 22,6 Prozent ein.
Es ist bis heute der größte prozentuale Tagesverlust in der Geschichte dieses bedeutenden amerikanischen Aktienindex. Innerhalb weniger Stunden werden gewaltige Börsenwerte vernichtet. Die Panik erfasst auch andere Finanzmärkte rund um den Globus.
Als Verstärker der Krise gelten unter anderem computergestützte Verkaufsstrategien, die bei fallenden Kursen weitere Verkäufe auslösten. Der Schock führt später zu neuen Sicherheitsmechanismen an den Börsen: Automatische Handelsunterbrechungen sollen verhindern, dass sich ein solcher Absturz ungebremst wiederholt.
2005: Ein Monster-Hurrikan bricht alle Atlantikrekorde: Am Morgen des 19. Oktober 2005 registrieren amerikanische Wetterexperten im Zentrum des Hurrikans Wilma einen außergewöhnlich niedrigen Luftdruck. Mit nur 882 Hektopascal erreicht der Wirbelsturm einen Rekordwert, der ihn zum intensivsten jemals aufgezeichneten Atlantikhurrikan nach Luftdruck macht.
Wilma hat sich innerhalb kürzester Zeit explosionsartig verstärkt. Über dem westlichen Karibischen Meer entwickelt sich ein gewaltiger Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5. Seine Windgeschwindigkeiten erreichen zeitweise rund 295 Kilometer pro Stunde.
In den folgenden Tagen richtet Wilma insbesondere auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán und im US-Bundesstaat Florida schwere Schäden an. Der 19. Oktober bleibt jedoch jener Tag, an dem der Sturm meteorologische Geschichte schreibt.
2017: Astronomen entdecken einen Besucher aus einem fremden Sonnensystem: Am 19. Oktober 2017 entdeckt das Pan-STARRS1-Teleskop auf Hawaii ein ungewöhnliches Objekt, das mit enormer Geschwindigkeit durch unser Sonnensystem rast. Zunächst erscheint es wie ein gewöhnlicher Asteroid. Doch seine Flugbahn gibt den Forschern Rätsel auf.
Nach weiteren Beobachtungen steht fest: Das Objekt stammt nicht aus unserem Sonnensystem. Es ist der erste nachgewiesene interstellare Besucher überhaupt. Die Astronomen nennen ihn „ʻOumuamua“ – ein hawaiischer Name, der sinngemäß „Bote aus der Ferne, der als Erster ankommt“ bedeutet.
Besonders ungewöhnlich sind seine Geschwindigkeit und seine offenbar stark längliche Form. Woher ʻOumuamua ursprünglich stammt und wie genau er beschaffen ist, bleibt Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Sicher ist: Am 19. Oktober 2017 entdecken Menschen erstmals einen Himmelskörper, der nachweislich aus einem anderen Sternensystem zu uns gekommen ist.
Ob eine historische Kapitulation, der friedliche Kampf gegen Rassentrennung, ein weltweiter Börsencrash, ein rekordverdächtiger Wirbelsturm oder ein geheimnisvoller Besucher aus dem All: Der 19. Oktober zeigt, wie unterschiedlich die Ereignisse sein können, die Geschichte schreiben.