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ARD legt Intendantengehälter offen: SR-Chef Grasmück erhielt 246.801 Euro

SR Sommer
Bild über Blaulichtreport Saarland

SAARBRÜCKEN. Der Saarländische Rundfunk muss sparen, seine Führung bleibt jedoch gut bezahlt: Intendant Martin Grasmück erhielt 2025 Jahresbezüge von 245.000 Euro und zusätzlich 1.801 Euro Sachbezüge. Insgesamt waren es 246.801 Euro. Das zeigt die am Montag, 2. November, veröffentlichte ARD-Gehaltsübersicht. Während der Sender finanzielle Engpässe beklagt, blieb Grasmücks Vergütung gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Auffällig ist der Vergleich mit dem RBB, der nach Personalumfang deutlich größer ist als der SR: RBB-Intendantin Ulrike Demmer erhielt einschließlich Sachbezügen 233.925 Euro – und damit 12.876 Euro weniger als Grasmück. Bei den reinen Jahresbezügen beträgt der Unterschied sogar 25.000 Euro. Die Größe einer Rundfunkanstalt bestimmt das Gehalt ihrer Führung offenbar nicht allein. Welche Kriterien den Ausschlag geben, müssen die zuständigen Aufsichtsgremien erklären.

Auch die weiteren Spitzenpositionen werden stattlich vergütet: Programmdirektorin Sonja von Struve und Verwaltungs- und Betriebsdirektor Martin Stephan erhielten jeweils 174.004 Euro, Justitiarin Sonnia Wüst 159.674 Euro. Zusammen mit Grasmücks Bezügen ergeben sich 754.483 Euro für vier Positionen im Jahr, einschließlich der ausgewiesenen Sachbezüge. Diese Zahlen stammen vom SR selbst. Zusätzliche Arbeitgeber- und Versorgungsaufwendungen sind in dieser Addition nicht enthalten.

Auch jenseits der Geschäftsleitung stehen die Gehälter beim SR in der Kritik. Dabei geht es unter anderem um Jahresverdienste von 100.000 Euro und mehr. Wie viele Beschäftigte diese Größenordnung tatsächlich erreichen, ist aus der veröffentlichten Übersicht der Spitzenbezüge allerdings nicht ersichtlich. Zusätzliche Brisanz erhält die Gehaltsdebatte durch die Warnstreiks im Oktober: Die Gewerkschaften verlangten sieben Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit, während der SR damals zwei Prozent ab Mitte 2027 anbot. Zeitweise war das Radioprogramm eingeschränkt. Die Forderungen treffen damit auf einen Sender, der einerseits hohe Spitzenvergütungen zahlt und andererseits erhebliche Sparzwänge geltend macht.

Denn der finanzielle Spielraum ist nach Darstellung des Senders eng: Für 2025 meldete der SR ein Liquiditätsdefizit von 4,5 Millionen Euro. Ein Maßnahmenpaket sieht Ausgabenreduzierungen von insgesamt 22 Millionen Euro für die Jahre 2025 bis 2028 vor. Gerade unter diesen Bedingungen muss sich die gut bezahlte Führung daran messen lassen, ob sie Abläufe verbessert und Einsparungen auch im eigenen Verantwortungsbereich erreicht. Gleichzeitig drängt der SR auf eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Wer von den Beitragszahlern mehr Geld verlangt, muss nachvollziehbar erklären, welche Einsparungen bereits umgesetzt wurden und weshalb zusätzliche Einnahmen trotzdem erforderlich sind. Dazu gehört auch eine transparente Begründung der Vergütungen an der Spitze.

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