Mönchengladbach/Elversberg – Diese SV Elversberg hat das Verlieren offenbar verlernt. Nach dem spektakulären 4:1-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen setzt die SVE ihre große Show auch auswärts fort. Bei Borussia Mönchengladbach lagen die Saarländer bereits mit 1:3 zurück – und drehten die Partie tatsächlich noch. Maurice Krattenmacher schoss Elversberg in der Nachspielzeit zum völlig verrückten 4:3-Erfolg.
Dabei begann der Nachmittag im Borussia-Park alles andere als nach Wunsch. Hugo Bolin brachte die Gastgeber nach zwölf Minuten per Kopf in Führung. Elversberg ließ sich davon allerdings kaum beeindrucken. Francis Onyeka traf zunächst nur den Pfosten, ehe David Mokwa in der 29. Minute seine Chance eiskalt nutzte. Nach einem langen Ball setzte er sich gegen Ko Itakura durch und schob zum 1:1 ein.
Kurz vor der Pause wurde es dann turbulent. Bolin erzielte in der 44. Minute das 2:1 für Gladbach – doch dem Treffer war eine umstrittene Szene vorausgegangen. Nach einem Zweikampf hätte der Einwurf eigentlich Elversberg zugesprochen werden müssen. Stattdessen führte Gladbach schnell aus und traf wenige Augenblicke später. SVE-Trainer Vincent Wagner protestierte heftig, sah zunächst Gelb und anschließend Gelb-Rot. Die zweite Hälfte musste Elversberg deshalb mit Co-Trainer Mike Frantz an der Seitenlinie bestreiten.
Und zunächst schien die Partie den Saarländern komplett zu entgleiten. Joe Scally erhöhte in der 56. Minute auf 3:1. Zwei Tore Rückstand, Trainer auf die Tribüne geschickt, auswärts bei einem Bundesligisten – genügend Gründe, um einen Nachmittag abzuhaken. Nur hatte Elversberg offensichtlich andere Pläne.
Mit der Einwechslung von Maurice Krattenmacher kam noch einmal richtig Feuer in die Partie. Gerade einmal zwei Minuten nach seiner Einwechslung schlug der 21-Jährige zu. Nach einem Schuss von Lukas Petkov ließ Gladbachs Keeper Moritz Nicolas den Ball nach vorne abprallen. Krattenmacher köpfte zunächst an die Latte, bekam die Kugel im Fallen aber noch ans Knie – 2:3 in der 66. Minute.
Jetzt glaubte Elversberg wieder daran. Und in der 80. Minute folgte der nächste spektakuläre Moment: Felix Keidel trat rund 18 Meter vor dem Tor zum Freistoß an und zirkelte den Ball traumhaft über die Mauer in den linken Winkel. Nicolas war noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. 3:3 – die SVE war tatsächlich zurück.
Doch Elversberg wollte mehr. In der 90. Minute hatte Krattenmacher die Führung bereits auf dem Fuß, Nicolas rettete mit einem starken Reflex. Zwei Minuten später gab es dann kein Halten mehr: Lukas Petkov schlug den langen Ball auf Noel Futkeu, der in die Mitte zog und für Krattenmacher ablegte. Der blieb eiskalt, schob den Ball durch die Beine des Gladbacher Keepers ins rechte Eck und machte damit seinen Doppelpack perfekt.
4:3 für Elversberg. Nach 1:3-Rückstand. In Gladbach. In der Nachspielzeit. Es ist der nächste außergewöhnliche Auftritt einer Mannschaft, die derzeit vor Selbstvertrauen strotzt. Erst vier Tore gegen Leverkusen, jetzt vier Tore in Mönchengladbach – und wieder ein Sieg gegen einen großen Namen des deutschen Fußballs.
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