CityRadio Saarland
← Alle Nachrichten

Ein falsches Signal, sechs Tote: Vor 20 Jahren ereignete sich die Katastrophe von Zoufftgen

Zugunglück Zoufftgen
Bildnachweis: CGDIS - Corps grand-ducal d'incendie et de secours · Bild über Blaulichtreport Saarland

Zoufftgen – Es ist der 11. Oktober 2006, kurz vor Mittag, als sich unweit der luxemburgisch-französischen Grenze eine Katastrophe ereignet. Ein Personenzug der luxemburgischen CFL und ein Güterzug der französischen SNCF stoßen auf der Bahnstrecke zwischen Luxemburg und Thionville frontal zusammen. Der Aufprall ist verheerend: Sechs Menschen sterben, 16 weitere werden verletzt. An diesem Sonntag jährt sich das schwere Zugunglück zum 20. Mal.

Die Unfallstelle liegt auf französischem Staatsgebiet bei Zoufftgen, gerade einmal 36 Meter von der Grenze zu Luxemburg entfernt. Auch das Saarland ist nicht weit entfernt: Bis zur saarländischen Grenze sind es in Luftlinie nur rund 20 Kilometer. Damit ereignete sich eine der schwersten Eisenbahnkatastrophen der jüngeren Geschichte der Großregion praktisch vor den Toren des Saarlandes.

Der Zusammenstoß ereignet sich gegen 11.45 Uhr. Wegen Bauarbeiten steht auf dem Streckenabschnitt zu diesem Zeitpunkt nur eines von zwei Gleisen zur Verfügung. Der Personen- und der Güterzug geraten auf demselben Gleis auf Kollisionskurs. Beide Züge sind mit erheblicher Geschwindigkeit unterwegs, als sie frontal aufeinanderprallen. Der vordere Teil des Personenzuges wird durch die enorme Wucht des Aufpralls massiv zerstört, auch mehrere Wagen des Güterzuges entgleisen.

Innerhalb kürzester Zeit läuft ein Großeinsatz französischer und luxemburgischer Rettungskräfte an. Feuerwehrleute, Notärzte, Sanitäter und Polizisten arbeiten sich durch die ineinander verkeilten Trümmer. Rund 250 Einsatzkräfte sind nach Angaben der Behörden an den Rettungs- und Bergungsarbeiten beteiligt. Schweres Gerät wird benötigt, um die zerstörten Zugteile anzuheben und nach eingeschlossenen Menschen zu suchen. Die Arbeiten ziehen sich bis in die Nacht hinein.

Für sechs Menschen kommt jede Hilfe zu spät. Weitere 16 Menschen werden verletzt. Die anschließenden Untersuchungen ergeben, dass ein folgenschwerer Fehler im Betriebsablauf zu der Kollision geführt hatte: Der Personenzug hatte die Erlaubnis erhalten, ein geschlossenes Signal zu passieren, obwohl der Güterzug bereits auf dem eingleisig betriebenen Streckenabschnitt unterwegs war. Die französische Unfalluntersuchungsbehörde sprach später zahlreiche Sicherheitsempfehlungen aus.

WEITERSAGENMit Freunden teilen.
WhatsApp Facebook
ON AIR
CityRadio Hits Nonstop
Die besten Hits für deine Stadt