Zehn Tage verschwinden aus dem Kalender, ein U-Boot-Erfinder stirbt in seiner eigenen Konstruktion und eine weltberühmte Tänzerin wird erschossen: Das geschah am 15. Oktober.
Ein verschwundener Zeitraum, Napoleons endgültiges Exil und ein historischer Flug ins All: Der 15. Oktober steckt voller außergewöhnlicher Geschichten. Unsere Zeitkapsel führt durch mehr als 400 Jahre Weltgeschichte.
1582: Zehn Tage verschwinden aus dem Kalender: Wer am 4. Oktober 1582 schlafen geht, wacht in mehreren europäischen Ländern am 15. Oktober wieder auf – zumindest laut Kalender. Grund ist die von Papst Gregor XIII. angeordnete Kalenderreform.
Der julianische Kalender hatte sich gegenüber dem Sonnenjahr verschoben. Zur Korrektur werden zehn Kalendertage übersprungen: Auf den 4. Oktober folgt unmittelbar der 15. Oktober. Damit beginnt in den ersten Ländern die Nutzung des Gregorianischen Kalenders, nach dem wir bis heute unsere Jahre einteilen.
1815: Napoleon erreicht sein letztes Exil: Am 15. Oktober 1815 erreicht Napoleon Bonaparte die abgelegene Atlantikinsel St. Helena. Nach seiner endgültigen Niederlage bei Waterloo haben die Briten entschieden, den ehemaligen französischen Kaiser weit entfernt von Europa festzuhalten.
Für Napoleon gibt es diesmal kein Comeback. Er verbringt seine letzten Lebensjahre auf der streng bewachten Insel und stirbt dort am 5. Mai 1821. Aus einem der mächtigsten Männer Europas ist ein Gefangener mitten im Südatlantik geworden.
1863: U-Boot-Erfinder stirbt in seiner eigenen Konstruktion: Am 15. Oktober 1863 steigt der amerikanische Erfinder Horace Lawson Hunley in ein von ihm mitentwickeltes U-Boot. Bei einer Testfahrt im Hafen von Charleston sinkt das experimentelle Fahrzeug. Hunley und die sieben weiteren Männer an Bord sterben.
Das U-Boot wird geborgen und erneut eingesetzt. Im Februar 1864 versenkt die „H. L. Hunley“ mit der USS Housatonic als erstes U-Boot erfolgreich ein feindliches Kriegsschiff – geht anschließend jedoch erneut unter. Auch diese Besatzung kommt ums Leben.
1917: Mata Hari wird erschossen: Am Morgen des 15. Oktober 1917 wird die berühmte Tänzerin Mata Hari bei Paris von einem französischen Erschießungskommando hingerichtet. Die Niederländerin, die eigentlich Margaretha Geertruida Zelle heißt, war wegen Spionage für Deutschland zum Tode verurteilt worden.
Mata Hari hatte als Tänzerin europaweit Berühmtheit erlangt und Kontakte zu hochrangigen Männern gepflegt. Wie bedeutend ihre tatsächliche Spionagetätigkeit war, ist bis heute umstritten. Ihr Name wurde dennoch zum Synonym für die geheimnisvolle Spionin.
2003: China schickt erstmals einen Menschen ins All: Am 15. Oktober 2003 startet die Raumkapsel Shenzhou 5 mit Yang Liwei an Bord. Der 38-jährige ehemalige Kampfpilot wird damit zum ersten chinesischen Raumfahrer.
Yang umkreist die Erde 14 Mal und kehrt nach mehr als 21 Stunden sicher zurück. China wird damit nach der Sowjetunion und den USA zum dritten Staat, der aus eigener Kraft einen Menschen ins Weltall befördert.
Zehn verschwundene Kalendertage, Napoleons endgültiges Exil, eine tödliche U-Boot-Fahrt, die Hinrichtung Mata Haris und Chinas erster bemannter Raumflug: Der 15. Oktober hat einige bemerkenswerte Kapitel der Weltgeschichte geschrieben.